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Rohstoffpreise Juli 2020 Weltrohstoffpreise steigen weiter

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise zogen im Juni auf Dollar-Basis um 18,7 %, in Euro gerechnet dank eines festeren Wechselkurs des Euro zum Dollar um nur 15 % an. Die wichtigsten Industriemetalle verteuerten sich im Monatsverlauf. Zu größeren Erholungen kam es vor allem bei Kupfer und Nickel. Eine leicht anziehende höhere Nachfrage wirkt hier stabilisierend. Die Industriebank IKB prognostiziert weitere Preisanstiege an den Rohstoffmärkten.

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Im Juli steigen die Rohstoffpreise teilweise wieder stärker an.
Im Juli steigen die Rohstoffpreise teilweise wieder stärker an.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Den stärksten Einfluss auf die Weltrohstoffpreise hatten die festeren Rohölpreise infolge der durchgeführten Förderkürzungen. Unter Einbeziehung der Auswirkungen des Shutdowns im Zuge der Covid-19-Pandemie rechnet man für 2020 im Jahresdurchschnitt mit einem um rund 10 % absinkenden Rohölbedarf auf nur noch 90,6 mbd (= million barrel per day).

Der Rückgang betrifft alle wichtigen Regionen inklusive China. Da die Nicht-Opec-Länder jedoch ihre Förderung nur um 3,2 mbd absenken (den Großteil steuert die geringere Förderung der USA bei), reduziert die Opec ihre Rohölausbringung auf lediglich noch 28,8 mbd. Davon entfallen 5,2 mbd auf NGL-Sorten (= Natural Gas Liquids). Ein Großteil der notwendigen Kürzungen ist bereits umgesetzt, wobei Saudi-Arabien und die VAE (Vereinigte Arabische Emirate) das Gros übernahmen. Damit gelang es, den Rohölpreis deutlich anzuheben. Allerdings hat die Opec momentan auch kein Interesse an einer zu starken Erhöhung: Ein Preis über 50 Dollar je Barrel macht Fracking in den USA wieder attraktiver.

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Die IKB sieht den Rohölpreis bis Ende September 2020 in einem Band von +8 Dollar um die Marke von 43 Dollar je Barrel Brent. Auch die Erdgasversorgung in Europa ist weiterhin sehr gut. Infolge der teilweisen Ölpreisbindung ist der Gaspreis im April kräftig gefallen, im Zuge der wieder festeren Rohölnotierungen sollte es jedoch zu einem leichten Anstieg des Grenzübergangspreises für Erdgas kommen, so die Industriebank.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro prognostizieren die Experten bis Ende 2020 eine Bewegung um die Marke von 1,12 Dollar je Euro. Gegen Jahresende 2020 ist eine leichte Aufwertung des Euro möglich.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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