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Rohstoffpreise Juli 2019

Weltrohstoffpreise sinken um 10 %

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Der Sturzflug geht weiter: Auch im Juni und Anfang Juli sinken die Rohstoffpreise weltweit. Besonders die Unsicherheiten in der Golfregion sowie schwelende Gefahr durch Handelskriege drücken die Preise. Die Industriebank IKB bewertet die aktuelle Preislage und fasst die Entwicklungen in einzelnen Grafiken zusammen.

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Seit einigen Wochen sinken die internationalen Rohstoffpreise in Summe.
Seit einigen Wochen sinken die internationalen Rohstoffpreise in Summe.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise auf Dollarbasis sanken im Juni um 9,1 % primär infolge von deutlich reduzierten Energiekosten. Die Aufwertung des Euro zum Dollar bewirkte in Inlandswährung gerechnet sogar eine Verminderung um 10 %. Neben den Energiekosten drückten die Sorgen um eine weitere Eskalation des Handelskrieges der USA mit China und weiteren Partner auf die Metallpreise.

Nach dem G20-Gipfel in Japan hat es jedoch eine leichte Beruhigung gegeben. Gleiches gilt zurzeit auch für den Rohölpreis. Die zwischenzeitlichen Drohnenabschüsse und brennende Tanker in der Straße von Hormus hatten zu größeren Ausschlägen geführt. Die Nachfrage nach Rohöl ist jedoch weiterhin stabil und wird im laufenden Jahr erstmals die Marke von 100 mbd (million barrel per day) erreichen. Dies bedeutet einen Anstieg um 1,15 mbd. Hierbei resultiert der Mehrbedarf im Jahr 2019 primär aus den Schwellenländern und den USA.

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Da die Förderung außerhalb der Opec um 2,1 mbd anziehen soll, reduziert dies den Bedarf an Opec-Rohöl um 1 mbd. Die durch die Iran-Sanktionen und die innenpolitische Krise in Venezuela verminderte Opec-Produktion trägt dem bei Aufrechterhaltung der vereinbarten Produktionskürzungen – an denen sich auch Russland beteiligt – weiter Rechnung. Die IKB sieht daher den Rohölpreis – ohne Militäraktionen in der Golfregion – bis Ende September 2019 weiter in einem Band zwischen 60 und 70 Dollar je Barrel Brent.

Die prognostizierte Erholung der Weltwirtschaft in den zweiten Jahreshälfte 2019 dürfte insgesamt stützend auf die Rohstoffmärkte wirken, zumal sich bei einigen metallischen Rohstoffen Angebotsdefizite abzeichnen und sich der Bestandsabbau an den Börsen fortsetzen sollte. Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Experten in der zweiten Jahreshälfte eine Bewegung um die Marke von 1,15 Dollar je Euro. Sowohl von der Fed wie auch von der EZB sind vorerst keine Zinsanhebungen zu erwarten.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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