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Rohstoffmix der Zukunft

Wann endet das Ölzeitalter?

| Autor: Anke Geipel-Kern

Irgendwann wird der letzte Tropfen Öl verbraucht sein und dann schlägt die Stunde der Biomasse.
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Irgendwann wird der letzte Tropfen Öl verbraucht sein und dann schlägt die Stunde der Biomasse. (Bild: eyetronic, rcx - fotolia.com, [M]-Sahlmüller)

Erdöl, Kohle, Erdgas oder Biomasse – die Diskussion, um den künftigen Rohstoffmix für die Chemiebranche hat begonnen. Wie sieht die Rohstoffversorgung morgen aus? Eins steht fest: Die Zukunft wird deutlich grüner als die Gegenwart. Doch bis es so weit ist, wartet noch viel Arbeit auf die Verfahrenstechniker.

Zufrieden grinst der Grasfrosch vom Etikett eines Haushaltsreinigers, der in deutschen Supermärkten zu kaufen ist. Mit „kraftvollen Wirkstoffen gewonnen aus heimischem Stroh“ wirbt der Hersteller für seinen Bio-Spiritus, einen sogenannten Multiflächen-Reiniger.

Sunliquid-Bioethanol aus Agrarreststoffen ersetzt 100 Prozent des herkömmlichen Ethanol im Frosch Bio-Spiritus Multiflächen-Reiniger.
Sunliquid-Bioethanol aus Agrarreststoffen ersetzt 100 Prozent des herkömmlichen Ethanol im Frosch Bio-Spiritus Multiflächen-Reiniger. (Bild: Clariant)

Passend zum Werbeslogan rekelt sich die grüne, mit einer neckisch-gepunkteten Shorts bekleidete Amphibie auf einer blühenden Wiese, und lehnt – einen Strohhalm zwischen den Lippen – bequem an einem der Rundballen, die gemeinhin Weizenfelder zieren.

Bioethanol aus dem Gärtank

Tatsächlich sieht es dort, wo der Bio-Spiritus herkommt, fast so idyllisch aus, wie das Bild auf der Reinigerflasche suggeriert. Inmitten der fruchtbaren Gäubodenlandschaft in der Nähe von Straubing steht die Fabrik des Schweizer Chemiekonzerns Clariant. In den Gärtanks der Fabrik entsteht der Stoff, aus dem die Zukunft der Bioökonomie bestehen soll.

Die Rede ist von Bioethanol, das in einem zweistufigen Fermentationsverfahren aus landwirtschaftlichen Abfällen gewonnen wird. Im Gegensatz zu den Verfahren der ersten Generation, die Weizen, Mais und Raps nutzen und deshalb in direkter Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion stehen, werden die Gärtanks in Straubing mit Stroh, Maisstängeln, Zuckerrohrstängeln und Zuckerrohrblättern gefüttert – also Resten, die ansonsten untergepflügt oder verbrannt werden.

Keine Diskussion mehr um Tank oder Teller

Mit diesem Verfahren der zweiten Generation wollen die Entwickler die Tank-oder-Teller-Debatte, die dem Biodieselboom vor zehn Jahren einen bitteren Beigeschmack gegeben hat, jetzt endgültig beenden. Bioethanol, Biodiesel und Biobenzin sollen nicht nur im übertragenen Sinne die Treibstoffe der Zukunft werden.

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