Wägetechnik Wägetechnik-Branche kommt relativ schadlos durch Corona-Turbulenzen

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Mit einem Produktionswert von rund einer Milliarde Euro, einem Minus von nur 1,1 Prozent zum Vorjahr, habe die Wägetechnik das Corona-Jahr 2020 gut überstanden, meldet der VDMA. Einen maßgeblichen Beitrag hätten die Industriewaagen geleistet. Die Prognosen für 2021 sind verhalten optimistisch.

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Produktionsentwicklung Wägetechnik (gesamt) 2010-2020
Produktionsentwicklung Wägetechnik (gesamt) 2010-2020
(Quelle: Statistisches Bundesamt/VDMA)

Frankfurt – Vom Allzeit-Hoch mit fast 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2018 sei der Produktionswert 2020 allerdings weit weg, relativiert Markus Heseding, Geschäftsführer des VDMA Mess- und Prüftechnik. Verglichen mit den Industriewaagen haben die Fein- und Präzisionswaagen sowie Haushalts- und Personenwaagen nur einen geringen Anteil von 17 Prozent an der Produktion.

Die Nachfrage aus dem Ausland nach deutscher Wägetechnik ging 2020 lediglich um knapp 5 Prozent zurück und lag bei ca. 658 Millionen Euro. Fast zwei Drittel der Waren gingen in das europäische Ausland. Ein weiterer wichtiger Handelspartner waren die USA, deren Exportvolumen sogar von 71 Millionen Euro auf 83 Millionen Euro anstieg. In der Export-Weltrangliste behauptet die deutsche Wägetechnik wie in den Vorjahren auch mit rund 16 Prozent Anteil den zweiten Platz hinter China (40 Prozent). Die Importe nahmen im Jahr 2020 um 4,9 Prozent zu und lagen bei 252 Millionen Euro. Die meisten importierten Waagen kommen aus China (ca. 47 Prozent). Aus den Nachbarländern Deutschlands in der Europäischen Union stammen dagegen nur 28 Prozent.

Bereits das dritte und vierte Quartal 2020 wurden von der Branche durchweg positiv mit steigenden Marktaktivitäten beurteilt. Zu den ausländischen Märkten zählen weiterhin China und USA, die positive Impulse setzen. Auch in Europa wird ein besseres Geschäft erwartet. Insgesamt blickt die Branche verhalten optimistisch in das Jahr 2021.

Diesen guten Eindruck belegt auch die Auftragseingangsstatistik: Für das 1. Quartal 2021 weist sie eine Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 10,3 Prozent aus. Dabei zeigt das Inland einen deutlich stärkeren Zuwachs (plus 24,9 Prozent) als das Ausland (plus 4,8 Prozent). „Insgesamt erwarten wir für das laufende Jahr wieder ein moderates Umsatzwachstum von 4 Prozent“, sagt Markus Heseding. Voraussetzung dafür sei, dass die Branche wieder zum normalen Tagesgeschäft übergehen kann.

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