Neue Produktionsanlagen Wacker Chemie investiert trotz Wirtschaftskrise

Autor / Redakteur: Gottfried Hilscher / Anke Geipel-Kern

Auch in der Krise will Wacker Chemie weiter wachsen und gibt Geld für neue Produktionsanlagen aus. Der Konzern setzt auf Wachstum bei Polysilicium und investiert in die Produktion von Wafern für die Solarindustrie. Seit 2005 gehört auch die Erforschung und Herstellung von Biologics zum Geschäft.

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Wacker Biotech hat zwei proprietäre Technologieplattformen zur Herstellung von Pharmaproteinen entwickelt: Esetec und Densetec. Durch den Einsatz von Esetec lassen sich beispielsweise Antikörperfragmente, die zunehmend als Wirkstoffe für therapeutische Zwecke genutzt werden, produzieren.
Wacker Biotech hat zwei proprietäre Technologieplattformen zur Herstellung von Pharmaproteinen entwickelt: Esetec und Densetec. Durch den Einsatz von Esetec lassen sich beispielsweise Antikörperfragmente, die zunehmend als Wirkstoffe für therapeutische Zwecke genutzt werden, produzieren.
( Bild: Wacker )

Seit 1914 ruhen die Geschäfte von Wacker Chemie auf zwei Säulen: den Siliconen und Ethylen. Jetzt muss das Zweisäulenmodell Wacker auch durch die Wirtschaftskrise tragen. „Unter dem Strich“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl, „haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr 438 Millionen Euro erwirtschaftet und das Jahresergebnis um vier Prozent gesteigert.“ Wacker könne sich dem konjunkturellen Abschwung der Weltwirtschaft zwar nicht entziehen, räumte er ein. Aber Staudigl sieht das Unternehmen weltweit gut aufgestellt. „Wichtige Megatrends, von denen alle Geschäftsbereiche profitieren, sind nach wievor intakt“, betont er.

Wachstumstreiber Polysilicium

Wesentlicher Treiber des Umsatz- und Ergebniswachstums von 2008 war das Polysilicium-Geschäft. Wacker Polysilicon profitierte von der anhaltend starken Nachfrage der Solarindustrie nach Polysilicium und freute sich über ein Umsatzplus von gut 80 Prozent. Aber auch investiert wurde kräftig, z.B. in den weiteren Ausbau der Polysilicium-Produktion in Burghausen – die Ausbaustufe 7 hat Ende Dezember letzten Jahres die geplante Kapazität von 4500 Jahrestonnen erreicht. Insgesamt hat Wacker mit 11 900 Tonnen im Jahr 2008 die Produktion gegenüber 2007 um 40 Prozent gesteigert und damit dem anhaltend hohen Bedarf der Solarindustrie entsprochen.

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In Burghausen, im sächsischen Nünchritz und am Standort Zhangjiagang, China, der den wachsenden Siliconbedarf in diesem Land und in Asien insgesamt bedient, sind inzwischen neue große Erweiterungsprojekte in Angriff genommen worden. Alle laufenden Projekte in China sollen bis Ende 2010 abgeschlossen sein und damit die Neukapazität in Zhangjiagang von total 200 000 Jahrestonnen erreicht werden.

Weltweit bestens aufgestellt

Die Marktaussichten für die Photovoltaikbranche und damit für die Produktion hochwertiger Solarwafer als Grundelement für die photovoltaische (PV) Umwandlung der Sonnenenergie in Elektrizität könnten besser nicht sein. Die EPIA (European Photovoltaik Industry Association) prognostiziert bis 2010 eine Zunahme der jährlich installierten Leistung (2007 waren es 2,4 GW (Gigawatt)) zwischen 5,3 und 7 GW. In 2030 könnte die hinzu kommende Leistung 105 GW betragen.

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