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Das im Oktober 2007 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Wacker Schott Solar habe sich innerhalb kürzester Zeit als technologisch führender Hersteller von Solarwafern etabliert, betont Managing Director Axel Schmidt. 2008 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über 100 Millionen Euro und beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter, 280 davon in Jena. Dort und am Standort Alze-nau (Bayern) würden in den nächsten Jahren rund 370 Millionen Euro investiert und 700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Als eine entscheidende, die Marktentwicklung mitbestimmende Größe wertet die Branche das Erreichen der so genannten Netzparität (Grid Parity), den Gleichstand der Kosten für Solar- und Netzstrom. Dabei spielt der Wirkungsgrad der Solarzellen eine bedeutende Rolle. Wafer aus multikistallinem Silicium erreichen heute Wirkungsgrade zwischen 14 und 16 Prozent, aus monokristallinem Silicium bis 19 Prozent.
In Jena werden die Solarwafer konventionell hergestellt. Das Rohmaterial, polykristallines Silicium, wird geschmolzen und zu so genannten Ingots auskristallisiert, die mehrere 100 Kilogramm wiegen. Diese werden in kleinere Blöcke zerteilt, die man letztlich in 18 µm dicke Wafer zersägt. Im Gegensatz dazu wird in Alzenau das EFG-Verfahren (Edge-defined Film-fed Growth) angewandt, das von Schott Solar entwickelt wurde. Dabei werden die Wafer aus einem acht- oder zwölfeckigen Rohr herausgelasert. Der Materialeinsatz ist deutlich geringer als beim klassischen Fertigungsprozess.
Inzwischen wurde und wird an beiden Standorten kräftig investiert. Im April 2008 ging in Jena das Werk 2 in Betrieb, das bereits Ende des Jahres seine Jahreskapazität von 50 MW erreicht hatte. Im Herbst begann der Bau des Werkes Jena 3, das Ende 2009 betriebsbereit sein soll. Mit einer jährlichen Fertigungskapazität von rund einem Gigawatt werde Wacker Schott Solar 2012 weltweit einer der größten Produzenten von Solarwafern sein.
Wacker Biotech für Biologics
Klein, aber fein ist die zweite in Jena ansässige Produktionsgesellschaft. Wacker Biotech gehört als 100-prozentige Tochter zum Geschäftsbereich Wacker Fine Chemicals, der zwei Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet und im Jahr 2008 stark gelitten hat. Gegenüber 2007 ging der Umsatz um 13 Prozent zurück. Anders als sonst im Wacker Konzern geht es bei Biotech nicht um millionenschwere Massenproduktionen, sondern um biotechnologisch hergestellte Arzneimittel-Wirkstoffe, die mittels gentechnisch veränderter Organismen gewonnen werden. Der Full-Service-Hersteller erforscht auftragsspezifisch die Produktionsmöglichkeiten, stellt diese Pharmaproteine anschließend her und liefert sie an Pharmaunternehmen aus. Wacker Biotech nutzt dabei das Know-how und die Technologien sowohl des Mutterkonzerns als auch der ehemaligen Prothera, die Wacker Anfang 2005 übernahm.
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