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Flockungsmittel staubfrei dosieren Von nass zu trocken: So können Flockungsmittel staubfrei dosiert werden

| Autor/ Redakteur: Michael Birmelin* / Dominik Stephan

Staubfreie Dosierung statt angestaubter Anlagen: Reduzierung um den Faktor 30 –  In der Kläranlage Forchheim werden schon seit den 1980er Jahren Flockungshilfsmittel zur Optimierung der Klärschlamm-Entwässerung eingesetzt. Nach der Sanierung arbeitet die moderne Technik gewohnt zuverlässig – und jetzt sogar staubfrei.

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Statt Kuckucksuhr und Bollenhut: In Forchheim am Fuße des Schwarzwaldes kommt eine moderne Flockungs­mittel-Dosieranalage zum Einsatz.
Statt Kuckucksuhr und Bollenhut: In Forchheim am Fuße des Schwarzwaldes kommt eine moderne Flockungs­mittel-Dosieranalage zum Einsatz.
(Bild: Prominent)

Kennen Sie noch die Schwarzwaldklinik, in der TV-Professor Brinkmann im schönen Glottertal praktizierte? Schon in den 80er Jahren landeten die Klinikabwässer in der Kläranlage im nahen Forchheim, gelegen zwischen Kaiserstuhl und Rhein. Hier klärt der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht damals wie heute die Abwässer aus seinem 650 km2 großen Einzugsgebiet.

Ist das Wasser schließlich sauber, bleibt Klärschlamm zurück, der in einer Trocknungsanlage entwässert wird. So schrumpfen jährlich 240 000 t Nassschlamm zu 8000 t Trockenmasse. Bei der Trennung von fest und flüssig helfen Flockungshilfsmittel, die den Flockungsprozess unterstützen. Als in Forchheim zwei der aus den 80ern stammenden Dosieranlagen ersetzt werden sollten, beauftragte der Zweckverband wegen der guten Erfahrungen mit den alten Anlagen erneut Prominent, mit der Aussicht auf die bekannte Qualität und – als Bonus – „endlich einen staubfreien Keller“.

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Verbesserte Dosiertechnik für Flockungsmittel

Aus Polymerpulver wird eine Lösung als Flockungshilfsmittel zubereitet. Dabei waren Lagerung, Förderung und Ansatz des Pulvers bisher eine eher staubige Angelegenheit, aber mit moderner Technik der Prominent-Tochter Tomal geht das auch anders: Der Abwasserzweckverband entschied sich für ein Dosiersystem mit Optimo-­Einspülsystem.

Das Dosiersystem ist eine Doppelstock-Ansetzstation zur Verarbeitung von flüssigen und pulverförmigen Polymeren. Es besteht aus der Förder- und Mischeinheit und den beiden Doppelstockbehältern aus Edelstahl. Eingesetzte Polymere werden optimal ausgenutzt.

Der obere Behälter stellt den Ansetz-/Reifebehälter dar. Der untere ist der Vorratsbehälter für die fertige Polymerlösung. Das Pulverpolymer wird über einen Vakuumförderer in den Pulverdosierer mit zwei Förderschnecken transportiert und in der darunter liegenden Mischeinheit mit Wasser in drei Stufen vermischt: Geschlossenes Benetzungssystem Optimo, Mischpumpe und Rührwerk im Ansetzbehälter.

Die Lösung wird mittels der Mischpumpe nahezu schaumfrei in oberen Behälter gefördert. In diesem kann die Polymerlösung ausreifen um einen Kurzschlusseffekt zu vermeiden. Nach Ablauf der Reifezeit kann das Flockungsmittel über das Motorventil in den unteren Vorratsbehälter umgefüllt werden.

Dieses geschlossene System garantiert eine präzise, zuverlässige und vor allem aber staubfreie Handhabung des Pulvers, indem die Polymerlösung für optimaler Wirksamkeit in einer kontrollierten Umgebung angesetzt wird, so der Anlagenbetreiber. Zum Liefer- umfang des Gesamtsystems gehören außerdem eine Big-­Bag-Entleerstation, Reife- und Dosiertanks aus Edelstahl sowie ein Multischneckendosierer, erklären die am Projekt Beteiligten. Gesteuert wird das System über eine speicherprogrammierbare Steuerung.

Sicher und simpel: So bleibt die Kläranlage staubfrei

Neben dem staubfreien Arbeitsumfeld sorgen die neuen Dosiersysteme für eine große Erleichterung im Betriebsalltag und stellen eine hohe Prozesssicherheit bei der Wasseraufbereitung und verlässliche Einhaltung aller gesetzlichen Auflagen sicher. Darüber hinaus profitiert der Abwasser­zweckverband besonders durch den vollautomatischen Betrieb mit minimalen Personal- und Wartungsaufwand, erklären Prominent-Vertreter. Dank der optimalen Vermischung und präzisen Dosierung bleibt auch der Polymerverbrauch niedrig.

Dabei können die Dosiermengen flexibel an die unterschiedlichen Konzentrationsanforderungen angepasst werden. Die Kosten für die Schlammentsorgung, aufgrund der hohen Entwässerungsraten konnten gesenkt werden: Immerhin werden jährlich bis zu 240 000 t Nassschlamm auf rund 8000 t Trockenschlamm entwässert. Von nass zu trocken: Reduzierung um den Faktor 30.

* * Der Autor ist Marketing-Redakteur bei Prominent, Heidelberg.

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