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Bio-Kunststoffe aus Holz UPM beginnt mit dem Bau von Bioraffinerie in Leuna

Redakteur: MA Alexander Stark

Das finnische Unternehmen UPM hat den ersten Spatenstich für den Bau einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie gesetzt. Ab 2022 sollen dort aus nachhaltig erwirtschaftetem Laubholz Biochemikalien gewonnen werden.

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Offizieller Spatenstich für die Bioraffinerieanlage am Chemiestandort Leuna.
Offizieller Spatenstich für die Bioraffinerieanlage am Chemiestandort Leuna.
(Bild: Florian Schönfeld)

Leuna – Der Bau der Bioraffinerie von UPM in Leuna hat begonnen. Die dort in weniger als zwei Jahren produzierten Biochemikalien sollen eine Vielzahl von Anwendungen ermöglichen, darunter Textilien, Kunststoffe, Gummi, Kosmetika und Medikamente, und dabei den Verbrauch fossiler Rohstoffe sowie CO2-Emissionen deutlich reduzieren.

Die innovative Bioraffinerie wurde bereits durch das World Bio Economy Forum als The Bio Act of the Year 2020 ausgezeichnet. Das finnische Unternehmen geht den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts von der reinen Papier- und Zellstoffherstellung hin zum Anbieter von Bioökonomielösungen auf Basis von nachhaltig erwirtschaftetem Holz aus regionalen Wäldern.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff lobt das nachhaltige Engagement des Unternehmens am Standort Leuna. Sachsen-Anhalt entwickle sich immer mehr zu einem Land der Zukunftstechnologien. Dazu würde das Investment maßgeblich beitragen. Insgesamt 550 Millionen Euro investiert UPM in den Bau der Bioraffinerie. Die jährliche Produktionskapazität des Werkes soll bei 220.000 Tonnen liegen.

Ein bedeutsamer Innovationsschritt ist diese Investition insbesondere auch für UPM selbst, wie UPM Executive Vice President Technology Jyrki Ovaska betont: „Unser zentrales Bestreben ist es, Innovationen für eine Zukunft ohne fossile Rohstoffe zu schaffen. Die Investition in die Bioraffinerie markiert daher einen Meilenstein unserer Unternehmenstransformation, mit der wir noch lange nicht am Ende sind“. Ovaska ist es aber auch wichtig zu betonen, dass mit dem Wechsel von fossilen zu nachhaltigen Rohstoffen nur ein Schritt auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen Kreislaufwirtschaft getan ist. Gerade im Bereich der Kunststoffe müsse es auch weiterhin darum gehen, unnötige Verpackungen zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die wertvollen Materialien im Recyclingkreislauf und nicht in der Umwelt landen.

Die Infra Leuna, Betreiber der Infrastruktureinrichtungen am Chemiestandort Leuna, investiert selbst mehr als 100 Millionen Euro in die Infrastruktur zur Versorgung der neuen Bioraffinerie. Das Bundesland Sachsen-Anhalt unterstützt das Investitionsvorhaben von UPM aktiv, unter anderem durch die Bereitstellung von Fördermitteln in Höhe von insgesamt knapp 20 Millionen Euro.

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