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Im Gegensatz dazu sind die brennbaren Partikel in einer Staubwolke so viel größer als Luftmoleküle (meist zwischen einem und hundert Mikrometer), dass ihre Bewegung innerhalb der Luftmasse mehr durch Massen- und Trägheitskräfte als durch die zufällige Molekular-Bewegung beinflusst werden dürfte. In den meisten Fällen, in denen sich durch eine technische Panne brennbare Gas- oder Dampfwolken bilden und bestehen bleiben, dürfte demzufolge die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Staubwolke sehr unwahrscheinlich sein.
Abb. 2 soll das verdeutlichen. Die Frage, die man sich zu diesem Bild stellen könnte, lautet in etwa: „Ist die Explosionsgefahr, die nach Öffnen des Gaskartuschen-Ventils vom Butan ausgeht, größer oder kleiner als die durch die Maisstärke nach Öffnen der Papierverpackung?“ Die Lösung ist offensichtlich: Das Öffnen der Gaskartusche erzeugt eine große Explosionsgefahr, während das Risiko einer Staubexplosion durch das bloße Öffnen der Maisstärke-Packung gleich null ist. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen die Unterschiede auf.
Der Ausgangspunkt einer primären Staubexplosion ist eigentlich immer innerhalb einer Prozessapparatur, in der explosionsgefährliche Staubaufwirbelungen allein aufgrund der Dynamik des Prozesses selbst entstehen. Beispiele für solche Prozessapparaturen sind Mühlen, Pulvermischer und Trockner, Staubfilter und die zugehörigen Leitungen, pneumatische Pulverförderanlagen, Elevatoren oder Silos während der Befüllung.
Abb. 5 wurde bei einem Explosionstest im industriellen Maßstab in Norwegen aufgenommen. Dabei wurde die Ausbreitung von Staubexplosionen in typischen, integrierten Prozesssystemen untersucht, wo sich explosionsgefährliche Staubwolken allein aufgrund des Prozessablaufs bilden.
Da Staubpartikel so viel größer sind als Gasmoleküle, werden sie eher nicht durch kleine Löcher oder Schlitze in der Größenordnung von einem Millimeter oder kleiner passieren, wie es Gasmoleküle tun. Außerdem werden Staubpartikel, die in einen geschlossenen Behälter gelangen, sich nicht wie Gasmoleküle über den gesamten Innenraum verteilen und eine explosible Wolke bilden, sondern sich auf den Oberflächen innerhalb des Behälters ablagern.
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