Weltrohstoffpreise Mai 2022 Unsichere Versorgungslage und Rezessionsängste sorgen für schwankende Rohstoffpreise

Von Wolfgang Ernhofer

Im Verlauf des April 2022 kam es zu einer Korrektur bei den Weltrohstoffpreisen. In Dollar gerechnet betrug der Rückgang rund 12 %. Da der Wechselkurs des Euro zum Dollar im Monatsdurchschnitt weiter abwertete, waren es in Inlandswährung nur gut 10 %. Die Industriebank IKB analysiert die Rohstoffmärkte und wagt den Blick in die Glaskugel.

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Die Rohstoffpreise werden im Mai nach starkem Anstieg wieder etwas günstiger.
Die Rohstoffpreise werden im Mai nach starkem Anstieg wieder etwas günstiger.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Ab Mitte April 2022 gaben vor allem börsennotierte Metalle deutlich nach, obwohl die Lagerbestände der Börsen weiter sanken. Es mehren sich die Sorgen, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine länger andauern und zu einer kräftigen Rezession vor allem in Europa führen könnte. Bei Stahlrohstoffen (vor allem auch Kokskohle) fehlen zwar auch schon russische Lieferungen, hier sind die Stahlkocher aber auf einem guten Weg in Bezug auf die Ersatzbeschaffung. Angebotsseitig fehlen vor allem auch Grobbleche aus der Ukraine. Da zudem 2021 Thyssenkrupp das Werk in Duisburg stilllegte, fehlen dem Markt erhebliche Volumina.

Die Versorgung hat sich aber vor allem bei energetischen Rohstoffen verschlechtert. Nachdem Russland einen Gaslieferstopp für Polen und Bulgarien kurzfristig umsetzte, mehren sich die Sorgen, dass auch anderen europäischen Ländern der Gashahn zugedreht werden könnte. Bei Erdöl ist die Versorgungslage entspannter, da der Markt im ersten Quartal 2022 sogar eine leicht höhere Opec-Produktion als notwendig verbuchen konnte. Unverändert belasten jedoch Transportprobleme.

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Die IKB erwartet für den Rohölpreis bis Ende Q2 2022 eine Bewegung um die Marke von 100 Dollar je Barrel Brent. Sollte es nicht gelingen, die russischen Exporte schnell zu kompensieren, wird der Markt sich wieder in Richtung 120 Dollar bewegen. Ansonsten sehen die Experten im Jahresverlauf eine Preisentspannung. Bei Erdgas ist die Versorgungslage bei weiter sinkender inländischer Erdgasproduktion extrem eng: Die Speichersalden haben zuletzt allerdings angezogen.

Die Sorge vor einem Embargo aufgrund des Ukrainekonfliktes wird den Grenzübergangspreis auf hohem Niveau halten: Die Industriebank sieht diesen um die Marke von 15.000 Euro/TJ oszillieren. Die hieraus resultierenden Belastungen der deutschen Industrie bleiben somit hoch. Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Analysten bis Mitte 2022 eine Bewegung um 1,05 Dollar je Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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