Weltrohstoffpreise August 2021 Ungebremster Anstieg: Rohstoffpreise ziehen weiter an

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Weltrohstoffpreise stiegen im Juli 2021 auf Dollar-Basis gerechnet um 4,1 % an. Infolge der leichten Abwertung des Euro zum Dollar fiel der Anstieg in Inlandswährung mit 6,1 % stärker aus. Bei vielen Rohstoffen ist die Versorgungssituation weiter durch ein sehr knappes Angebot und immer noch im langjährigen Vergleich sehr hohe Transportkosten geprägt.

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Auch der August bremst den Anstieg der Rohstoffpreise nur begrenzt.
Auch der August bremst den Anstieg der Rohstoffpreise nur begrenzt.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Eine Normalisierung der Versorgungssituation mit Rohstoffen erfolgt nur langsam. Etwas Entspannung hat es mittlerweile bei Rohöl gegeben. Nachdem das Opec-Ministertreffen Anfang Juli.2021 ergebnislos abgebrochen wurde, gelang im Nachgang eine Einigung verbunden mit einer Erhöhung der Förderquote.

Für das Gesamtjahr 2021 wird nun im Durchschnitt ein Bedarf von rund 96,6 mbd (million barrel per day) an Rohöl prognostiziert, wobei in Q4 der Bedarf schon bei 99,8 mbd gesehen wird. Außerhalb der Opec dürften in Q4 2021 65,1 mbd gefördert werden. Die Opec muss also 34,7 mbd beisteuern. Davon werden 5,3 mbd auf so genannte NGL-Sorten (Natural Gas Liquids) entfallen. Im Vergleich zur Juni-Förderung der Opec ist eine deutliche Ausweitung um gut 3 mbd notwendig, die durch die angestrebten Vereinbarungen über Förderausweitungen (pro Monat 0,4 mbd Anstieg ab August) noch nicht erreicht werden.

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Die IKB erwartet für den Rohölpreis für die nächsten drei Monate eine Bewegung um die Marke von 73 Dollar/Barrel Brent. Zum Jahresende dürften sich die Preise leicht entspannen. Trotz weiter sinkender inländischer Erdgasproduktion hat sich die Versorgungslage verbessert. Der Erdgaspreis könnte daher Ende Q3 2021 leichter notieren: Dieser dürfte um die Marke von 4800 Euro/TJ oszillieren.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sieht die Industriebank bis zum Ende des dritten Quartals 2021 eine Bewegung um die Marke von 1,18 Dollar/Euro. Gegen Jahresende 2021 erwarten die Experten einen leichteren Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden, können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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