Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie Todesfall nach schwerem Chemieunfall in Nürnberger Firma

Von Wolfgang Ernhofer 12 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

15.05.2026

Nürnberg (dpa/lby) *20:09 Uhr – Chemieunfall in Nürnberger Firma – ein Toter

Nach einem Chemieunfall in einer Nürnberger Firma ist ein schwerverletzter Mitarbeiter im Krankenhaus gestorben. Die Polizei ging am Abend davon aus, dass sechs weitere Menschen Verletzungen der Atemwege erlitten. Der tote Mitarbeiter und ein Kollege hatten noch am Unfallort das Bewusstsein verloren. Das Bayerische Rote Kreuz sprach sogar von 30 Verletzten und 17 Menschen, die zur weiteren Behandlung und Beobachtung ins Krankenhaus gebracht worden seien. Die gesamte Anlage wurde evakuiert. Gefahr für die Bevölkerung bestand demnach nicht, weil der giftige Stoff innerhalb des Gebäudes blieb und nicht an die Luft gelangte.

Wie ein Sprecher der Nürnberger Feuerwehr mitteilte, handelt es sich um eine Firma, die routinemäßig mit Chemikalien arbeitet. Bis die Unfallursache geklärt ist, kann noch einige Zeit vergehen. Um welchen Stoff es sich handelte, war zunächst nicht bekannt.

Der Alarm ging laut Polizeipräsidium Mittelfranken kurz vor der Mittagszeit ein. Ein Großaufgebot der Berufsfeuerwehr sowie Freiwillige Feuerwehren aus den umliegenden Orten rückten aus. Die ersten Einsatzkräfte fanden demnach laut Feuerwehr «eine dramatische Lage» vor, da mehrere Verletzte gerettet und ins Freie gebracht werden mussten. Der Feuerwehr sei es jedoch gelungen, alle Verletzten zügig aus dem Gefahrenbereich zu holen und medizinisch zu versorgen.

Insgesamt waren 65 Feuerwehrleute im Einsatz, darunter mehrere Trupps in Chemikalienschutzanzügen. Außerdem waren etwa 50 Kräfte des Rettungsdienstes und mehrere Polizisten beteiligt. Insgesamt holten die Retter etwa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebs aus dem Gebäude.

Die Kripo Nürnberg leitete Ermittlungen ein, allerdings können die Beamten das Gebäude vorerst nicht betreten. Insofern war unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte und ob der Stoff aus einer defekten Maschine oder Anlage austrat oder ob ein Mensch beteiligt war.

Sechs Verletzte wurden im Nürnberger Klinikum behandelt, wie eine Sprecherin des Krankenhauses sagte, zwei weitere sollten am späten Nachmittag gebracht werden. Zur Schwere der Verletzungen und zum Zustand der Patienten machte das Klinikum keine Angaben.

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