Schutzhandschuhe

Tipps für die richtige Auswahl von Schutzhandschuhen

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Ab einer Temperatur von 200 °C sollte auf Spezialfasern wie Aramide zurückgegriffen werden, verarbeitet in einem gefütterten Handschuh. Die zeitliche Länge des ungefährlichen Kontakts hängt vor allem von der Fütterung ab. Ab 350 °C werden auch Fausthandschuhe eingesetzt, da sie längere Kontaktzeiten als Fünffingerhandschuhe vertragen, vorwiegend aus gefüttertem Aramid. Handschuhe aus reinem Aramid verhindern einen schlagartigen Wärmedurchschlag.

Ab 500 °C praktisch nur Fausthandschuhe als Hitzeschutz

Ab 500 °C werden so gut wie nur noch Fausthandschuhe aus dick gefütterten Glas- und Keramikfasern oder Carbonfasern eingesetzt. Bei Kontakthitze muss neben der thermischen Beständigkeit des Materials vor allem auf die Isolation geachtet werden: Je höher die Temperatur und je länger die Zeit des Kontakts, desto höher muss die Isolationswirkung der Hitzeschutzhandschuhe sein. Insgesamt gilt: Handschuhe aus Schlingengewebe enthalten mehr Luft zur Isolation und verlängern dadurch die Kontaktzeit (Bild 4).

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Gegen Strahlungshitze sollte am besten ein auf Handrücken und Stulpe aluminisierter Handschuh eingesetzt werden, der die Hitze nach außen reflektiert – bis zu 1200 °C. Die Aluminisierung sollte mittels eines Hochvakuumverfahrens aufgetragen sein, zu erkennen an der Faserstruktur, die sich deutlich auf der Aluschicht abzeichnet. Kann man eine Faserstruktur nur schlecht erkennen und sieht die Beschichtung sehr glatt aus, handelt es sich meist um ein minderwertiges Klebeverfahren, weshalb der Handschuh oft bereits beim ersten Hitzekontakt beschädigt wird (Bild 5).

Schutzhandschuhe gegen Kälte sollen auch Feuchtigkeit abweisen

Bei der Auswahl von Schutzhandschuhen für den Kältebereich ist neben der Temperaturisolierung auch wichtig, dass sie feuchtigkeitsabweisend sind sowie gegebenenfalls einen sicheren Griff gewährleisten – da in der Kälte immer auch Feuchtigkeit und somit die Gefahr des Abrutschens entsteht. Deswegen sollten immer auch die Umweltbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Wind und Umgebungstemperatur festgestellt werden.

Natürlich macht es auch einen Unterschied, ob die Arbeit drinnen oder draußen verrichtet wird oder ob kalte Gegenstände, zum Beispiel aus Metall, bewegt, also direkt angefasst werden müssen. Bei Kälteschutzhandschuhen ist vor allem wichtig, dass die Oberfläche unter dem Einfluss niedriger Temperaturen und Bewegung nicht hart wird und bricht. Vorübergehende, nur kurzzeitige Arbeiten im Kältebereich sind unter anderem mit Handschuhen aus PVC oder Nitril möglich.

Spezialhandschuhe schützen bei Arbeiten mit tiefkalten Stoffen

Für den Einsatz mit tiefkalten Stoffen wie Flüssigstickstoff müssen Spezialhandschuhe, zum Beispiel mit einer flexiblen mehrschichtigen Isolierung aus Kunstfaser und einem zusätzlichen hydrophoben Futter aus Baumwolle eingesetzt werden. Ist der richtige Handschuh gefunden, kann er auch nur dann optimalen Schutz bieten, wenn er richtig benutzt wird, das heißt: Jeder hat seine eigenen Handschuhe, die er rechtzeitig wechselt, richtig lagert und entsorgt, wenn sie beschädigt sind.

Außerdem sollte prinzipiell immer auf die richtige Kennzeichnung und entsprechende Qualität geachtet und nicht nach dem günstigsten Preis entschieden werden – zumal bei erfahrenen Herstellern und Handschutzexperten oftmals zusätzliche Serviceleistungen wie die professionelle Erstellung des Handschuhplans oder die individuelle Analyse der Gefahrstoffe in Bezug auf die entsprechenden Handschuhe für Kunden inklusive sind.

* Johanna Hühn ist Technical Support Manager bei der KCL GmbH in 36124 Eichenzell, Michelle Danhäuser ist Marketing Manager im gleichen Unternehmen

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