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Energieversorgung in Indien Thyssenkrupp liefert Kohleversorgungsanlagen für zwei Kraftwerke

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Thyssenkrupp hat kürzlich von Doosan Power Systems India (DPSI) einen Auftrag erhalten: Das Technologieunternehmen soll zwei Wärmekraftwerke in Indien mit Kohleversorgungsanlagen ausstatten. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 99 Millionen Euro und umfasst das Engineering, die Lieferung und Montage von zwei kompletten Kohleförder- und Aufbereitungsanlagen einschließlich der zugehörigen Bau- und Elektroarbeiten.

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Kohleversorgungsanlage von Thyssenkrupp
Kohleversorgungsanlage von Thyssenkrupp
(Bild: Thyssenkrupp)

Essen – Die Anlagen werden in die Kohlekraftwerke Obra C und Jawaharpur in Nordindien integriert. Beide Kraftwerke wird das indische Stromversorgungsunternehmen Uttar Pradesh Rajya Vidyut Utpadan Nigam betreiben. Für die Ausführung der Projekte ist DPSI verantwortlich. Nach ihrer Fertigstellung werden sie zusammen 2.640 MW Strom produzieren – genug, um rund 16 Millionen Haushalte zu versorgen.

Mit der industriellen Entwicklung des Landes steigt auch die Nachfrage nach Strom in Indien kontinuierlich. Der Bundesstaat Uttar Pradesh ist mit fast 200 Millionen Einwohnern die größte Provinz Indiens. Die neuen Wärmekraftwerke werden nicht nur einen Beitrag zur Elektrifizierung des Umlandes, sondern auch zum zentralen Stromnetz und damit zur weiteren Entwicklung des Landes leisten.

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„In Indien verfügt Thyssenkrupp über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich der Fördertechnik und beim Bau von Bekohlungsanlagen. Dieser Auftragsgewinn zeigt, dass sich unsere lokale Präsenz mit starken Kompetenzen im Engineering und der Auftragsabwicklung vor Ort auszahlt“, sagt Malay Das, Geschäftsführer und CEO von Thyssenkrupp Industries India.

Integrierte Lösung für zuverlässige Kohleversorgung

Thyssenkrupp übernimmt die gesamte Wertschöpfungskette vom Engineering über die Beschaffung bis hin zum Bau der kompletten Kohleversorgungsanlagen. Alle Schlüsselkomponenten der Anlagen für die Kohleentladung über den Transport bis zur Aufbereitung und Lagerung werden in den eigenen Werken in Pune und Hyderabad gefertigt.

Zum Lieferumfang gehören zahlreiche Bandförderer mit einer Gesamtlänge von 17 km, vier Doppelwaggonkipper, Siebe und Brecher sowie vier kombinierte Absetz- und Rückladegeräte und ein Schaufelradrücklader. Beide Anlagen mit einer Gesamtleistung von jeweils 3.000 t/a werden bis zur ersten Jahreshälfte 2021 voll einsatzfähig sein.

Die Kohle wird per Bahn angeliefert, entweder zu einem Gleisbunkerbereich oder an eine Waggonentladestation, die mit je zwei Doppelwaggonkippanlagen ausgestattet ist. Eine Bandförderanlage mit einer Leistung von 3.000 t/a und zwei Metern Bandbreite transportiert die Kohle zum Brech- und Siebkomplex, der mit insgesamt vier Ringwalzenmühlen und je vier Schwingsieben ausgerüstet ist. Zwei kombinierte Schaufelradgeräte sorgen für die Aufhaldung der aufbereiteten Kohle. Bei Bedarf wird das Material zurückgeladen und auf Förderbändern zur Kesselanlage transportiert. Die Lagerplatzgeräte können 3.000 t Kohle pro Stunde umschlagen.

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