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Ähnlich sieht es bei den auf dem Markt befindlichen Plant-Asset-Management-Systemen aus. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist der Plant Resource Manager (PRM) von Yokogawa, der schon heute „NE 107-tauglich“ ist. „PRM entspricht damit unserem Anspruch, besonders zukunftssichere und zukunftsweisende Lösungen anzubieten“, betont Tim-Peter Henrichs, Head of Industrial Automation Business Development von Yokogawa Deutschland.
Je Anforderung unterschiedlich aufbereitete Informationen
Zur optimalen Darstellung der Feldgeräte unterstützt PRM sowohl EDDs (Electronic Device Descriptions) als auch DTMs (Device Type Managers) der Hersteller. Zudem kann in der Statusdarstellung des PRM für jedes einzelne Gerät einfach zwischen der herstellerspezifischen und der NE 107-konformen Ansicht gewechselt werden, sodass je Anforderung unterschiedlich aufbereitete Informationen zugänglich sind. Auch Gerätelisten entsprechend der NE 107-Kategorien können „per Mausklick“ erzeugt werden. Damit ist die Übernahme von standardisierten Statusinformationen in das PRM-System problemlos möglich.
Für alle Geräte, die diese NE 107-konformen Statusinformationen nicht bereits intern erzeugen, stehen verschiedene Ersatzstrategien zur Verfügung. Inwieweit diese tatsächlich eingesetzt werden, darüber entscheiden nicht zuletzt der damit verbundene Aufwand und die Handhabbarkeit im betrieblichen Alltag.
„Intelligente“, digital angebundene Feldgeräte stellen bereits eine Vielzahl von Diagnoseinformationen bereit, z.B. nach dem Profibus PA-Standard. Mithilfe geeigneter Mapping-Vorschriften, die sich betriebsspezifisch anpassen lassen, können für jeden Standard die Daten nach einem jeweils einheitlichen Mapping-Schema in Statusinformationen nach NE 107 umgesetzt und an das PRM weitergegeben werden. Diese Zuordnung wird umso komplizierter, je mehr Diagnoseinformationen verfügbar sind. PRM erlaubt zusätzlich – derzeit für Profibus PA und FF – ein Mapping für individuelle Geräte, das auf der Implementierung des NE 107-Profils beruht.
Für Geräte und Apparate ohne eigene Intelligenz, also beispielsweise Stellventile, Motoren, Pumpen oder Wärmetauscher, muss zunächst festgestellt werden, aufgrund welcher Messdaten eine zuverlässige Statusermittlung überhaupt möglich ist. Danach müssen dann entsprechende Sensoren installiert und deren Messdaten entsprechend logisch verarbeitet werden, um die Statussignale zu erzeugen. Alternativ bzw. ergänzend lassen sich dafür auch bisher ungenutzte Informationen aus den Funktionsblöcken verwenden.
Eine Frage der Betriebsphilosophie
Wer welche Informationen in welcher Detailtiefe zu Gesicht bekommt und wo diese Informationen erscheinen sollen, ist auch eine Frage der Betriebsphilosophie. Grundsätzlich besteht erstmals die Möglichkeit, rollenbasierte Diagnoseprozesse zu definieren und zu implementieren. „Weniger ist mehr“ gilt dabei sicher für den Anlagenfahrer.
Dennoch: Auch wenn der Status eines einzelnen Geräts für ihn nicht im Brennpunkt des Interesses steht, kann diese Information doch in bestimmten Betriebssituationen nützlich sein, z.B. bei der Analyse von Alarmen. „Eine solche Statusangabe ist in der Prozessgrafik in aller Regel verzichtbar. Sie kann aber sinnvoll in die Faceplate-Darstellung integriert werden, wo sie sich bei Bedarf einfach aufrufen lässt“, führt Henrichs aus.
Fazit
Standardisierte, kumulierte Statusinformationen entsprechend der NE 107 sind eine wichtige Grundlage eines umfassend und nutzbringend einsetzbaren Plant Asset Managements. Bis alle Geräte und Apparate ihre Diagnoseinformationen jedoch selbsttätig entsprechend aufbereiten können, werden noch auf Jahre Work-around-Strategien nötig sein. Zudem bedarf es einer bedienerfreundlichen und betriebsgerechten Verarbeitung dieser Statusinformationen im PAM-System, damit sie rollenbasiert für Betriebs- und Wartungspersonal gleichermaßen nützlich sein können.
* Der Autor ist Fachjournalist und Inhaber des Redaktionsbüros für Wirtschaft, Wissenschaft und Technik.
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