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Rohstoffpreise August 2019

Strafzölle und Krisen – Weltrohstoffpreise steigen wieder

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Rohstoffpreise steigen wieder. Internationale Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sowie angekündigte Strafzölle sorgen für anziehende Weltrohstoffpreise. Die Experten der IKB bewerten die aktuellen Entwicklungen für die einzelnen Rohstoffe in der Grafiken der Bildergalerie.

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Im August ziehen die Rohstoffpreise wieder an.
Im August ziehen die Rohstoffpreise wieder an.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise zogen im Verlauf des Juli 2019 um 3 % an. Infolge der weiteren Abschwächung des Euro zum Dollar betrug der Anstieg in Inlandswährung gerechnet sogar 3,7 %.

Wieder einmal stand der Rohölpreis in besonderem Fokus. Die Beschlagnahmung eines iranischen Tankers, der Abschuss einer Drohne sowie weitere geopolitische Störfeuer führten zu kurzfristigen Kursausschlägen. Eskalieren könnte die Situation durch die angedachte Marinemission der USA und einiger Partner in der Straße von Hormus, durch die ein Großteil der Öllieferungen aus den Golfstaaten verschifft werden.

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Die Nachfrage nach Rohöl ist jedoch weiter intakt: Es wird unverändert ein Bedarf von 100 mbd (= million barrel per day) für das laufende Jahr im Durchschnitt gesehen. Da der Zuwachs der Rohölförderung außerhalb der Opec stärker als der globale Verbrauchsanstieg ausfällt, reduziert dies den Bedarf für die Opec Förderung um 0,9 mbd. Die aktuelle Fördermenge entspricht diesem Bedarf.

Eine Eskalation am Golf infolge der Militärmanöver hätte temporäre Engpässe in der Versorgung zur Folge. Gleich wohl geht die Industriebank IKB für die nächsten drei Monate von einem Rohölpreis zwischen 60 und 70 Dollar je Barrel Brent aus – mit einem hohen Anstiegspotenzial bei militärischen Störfeuern.

Der deutsche Grenzübergangspreis für Erdgas dürfte bis Ende September 2019 seitwärts tendieren. Die neu angekündigten Zölle der USA auf weitere Einfuhren aus China belasten jedoch die Rohstoffmärkte insgesamt. Zudem steigt in Europa die Unsicherheit über die Auswirkungen eines harten Brexits beträchtlich. Inwieweit sich die Firmen dies- und jenseits des Ärmelkanals ausreichend auf eine temporäre Verschlechterung der Lieferketten vorbereitet haben, bleibt abzuwarten.

Für den Wechselkurs des Dollar zum Euro sehen die Experten bis Ende des dritten Quartals 2019 eine Bewegung zwischen 1,10 und 1,13 Dollar je Euro. Gegen Jahresende 2019 sieht die IKB leichtes Aufwärtspotenzial für den Euro.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Die Experten der IKB analysieren monatlich die Rohstoffmärkte und PROCESS berichtet. Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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