Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie Geheimdienstchef: 160 russische Ölanlagen angegriffen

Von Wolfgang Ernhofer 39 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

31.10.2025

Kiew (dpa) *16:09 Uhr – Geheimdienstchef: 160 russische Ölanlagen angegriffen

Die Ukraine hat nach Angaben von Geheimdienstchef Wassyl Maljuk seit Jahresbeginn etwa 160 Raffinerien, Pumpstationen und andere Anlagen der russischen Ölindustrie angegriffen. Im September und Oktober seien es 20 Anlagen gewesen, sagte der Leiter des Geheimdienstes SBU in Kiew. «Darunter sind sechs Ölraffinerien, zwei Ölterminals, drei Öldepots und neun Ölpumpstationen», wurde Maljuk von der Nachrichtenagentur Interfax Ukraina zitiert.

Seinen Schätzungen nach fehlt dem russischen Markt etwa ein Fünftel an Ölprodukten. Die Kapazitäten der Ölverarbeitung seien um 37 Prozent gesenkt. Auch Berechnungen von Experten der Ölbranche kommen zu etwa solchen Größenordnungen. Die Ukraine ziele auf die russische Ölwirtschaft, weil diese den Löwenanteil des russischen Verteidigungsetats finanziere, sagte Maljuk.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte unterdessen, weitere 340 Tanker der sogenannten Schattenflotte mit Sanktionen zu belegen. Die Schiffe werden benutzt, um russisches Öl unter Umgehung bestehender Einschränkungen zu exportieren. Selenskyj schätzte, dass Russland insgesamt über 1.500 solcher Schiffe unter verschiedenen Flaggen verfügen könne.

Mainz (dpa/lrs) *13:32 Uhr – Ohne Erlaubnis Medikamente hergestellt – Prozess eingestellt

Der Prozess gegen eine Mutter und ihren Sohn, die ohne Erlaubnis Arzneimittel hergestellt haben sollen, ist kurz nach dem Auftakt gegen Geldauflagen eingestellt worden. Das Landgericht Mainz entschied, dass die angeklagte 74 Jahre alte Naturheilpraktikerin wegen 51-fachen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz 20.000 Euro zahlen muss, ihr 42-jähriger Sohn 4.000 Euro.

Das Geld soll an gemeinnützige Vereine gehen. Konkret hat die Frau jeweils 10.000 Euro an die Opfer-Täter-Hilfe Rheinhessen sowie an das Mainzer Kinderhospiz zu zahlen, der 42-Jährige 4.000 Euro an die Mainzer Tafel.

Mutter und Sohn sollen als Inhaber und Geschäftsführer einer Pharmafirma in Bingen zwischen Februar 2018 und Mai 2019 in Labors trotz 2013 abgelehnter Erlaubnis Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel aus Zellextrakten und Gewebe hergestellt, gelagert und verkauft haben. Verkauft worden sein sollen Produkte für insgesamt 299.262 Euro an eine Einrichtung in Edenkoben, die unter anderem chronische und allergische Leiden behandelt. Laut Anklage konnte die Wirksamkeit dieser Medikamente bislang nicht belegt werden.

Der Vorsitzende Richter verwies darauf, dass das Verfahren mittlerweile seit sieben Jahren laufe und die Rechtslage teils nicht eindeutig sei. Das würde eine lange Beweisaufnahme samt Einbeziehung von Sachverständigen nötig machen. Die Firma in Bingen wird inzwischen von einem Insolvenzverwalter abgewickelt, beschlagnahmte Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die in den Labors hergestellt worden waren, und laut Anklage einen Verkaufswert von insgesamt 3,5 Millionen Euro hatten, werden vernichtet.

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