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Steuerung Spezielle Steuerungsanlage sichert Diesel, Dampf und Strom in der Wüste

| Autor / Redakteur: Ingo Großmann / Dr. Jörg Kempf

Die saudi-arabische Raffinerie Rabigh II produziert Öl und erzeugt als Power Station mithilfe von Dampfturbinen Strom für das staatliche Energieversorgungsunternehmen SEC Saudi Electricity Company. Reibungslose und unterbrechungsfreie Prozesse sind hier von größter Bedeutung. Entsprechend wichtig ist auch, dass nach einer Netzstörung das Kraftwerk schnell wieder anläuft. Dafür sorgt eine spezielle Steuerungsanlage von Eaton.

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Sicherheit im Wüstensand: Die Schutzart IP55 zum Schutz gegen Staubablagerungen war eine wesentliche Bedingung für das Schaltanlagensystem.
Sicherheit im Wüstensand: Die Schutzart IP55 zum Schutz gegen Staubablagerungen war eine wesentliche Bedingung für das Schaltanlagensystem.
(Bild: © Alexmar - Fotolia; Eaton; Kempf/PROCESS; [M]Tscherwitschke)

Fällt der Strom in einer Raffinerie der Größenordnung von Rabigh II aus, ist dies mit sehr hohen Kosten für den Betreiber verbunden. Nach einem Stromausfall geht es folglich darum, das Kraftwerk möglichst schnell wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Aufgabe übernehmen drei Schwarzstart-Dieselaggregate. Bei einem Ausfall der Netzversorgung treiben diese Notstromaggregate die Hilfsantriebe an, über welche die Dampfturbinen hochgefahren werden. Zum Hochfahren benötigt die Anlage zwei betriebsbereite Aggregate mit je 5 MW Leistung. Das dritte Aggregat dient der Redundanz. Ist die gesamte Anlage nach ungefähr einem halben Tag wieder komplett angelaufen, wird vom Schwarzstart-Betrieb zurück auf Normalbetrieb umgeschaltet.

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Im Rahmen eines Erweiterungsprojekts der Rabigh II Raffinerie und des angeschlossenen Dampfturbinenkraftwerk erhielt Hanseatic Power Solutions, mit Sitz in Norderstedt bei Hamburg und Spezialist für Steuerungsanlagen in den Bereichen Energieerzeugung und Energieverteilung, den Auftrag für die Steuerungstechnik der Schwarzstart-Aggregate.

Die Herausforderung bestand darin, eine kosteneffiziente und sichere Umsetzung mit höchster Verfügbarkeit zu realisieren, die den Bedingungen am Standort gerecht wird. Denn die direkt am Roten Meer in der Wüste gelegene Raffinerie ist weitestgehend von Sand umgeben. Entsprechend wurde vom Auftraggeber die Schutzart IP55, die den Schutz gegen Staubablagerungen in schädigender Menge im Innern sowie vollständigen Berührungsschutz gewährleistet, vorgeschrieben. Für HPS war es zudem wichtig, die erforderlichen Steuerungsschränke für die Notstromaggregate selber bauen zu können, um so die gesamte eigene Wertschöpfungskette zu erfüllen.

Für den asiatischen Generalunternehmer, der die Erweiterung der Raffinerie verantwortete, war es das erste arabische Projekt. Dementsprechend hoch gestaltete sich der Druck auf alle weiteren an der Raffinerieerweiterung beteiligten Unternehmen in Bezug auf Qualität und Lieferfristen. HPS setzte im Rahmen seines Lieferumfangs auf international bewährte Partner wie Eaton. „Mit den Lösungen von Eaton greifen wir auf Produkte zurück, die global be- und anerkannt sind. Damit konnten wir auch bei diesem Projekt überzeugen“, so Bernd Mähnss, Geschäftsführer von HPS.

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