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Partikelmessung

So lassen sich mit Online-Partikelmessung teure Zwischenfälle beim Sieben vermeiden

| Redakteur: Sonja Beyer

Wer kennt es nicht: Die gleiche Arbeit zweimal machen oder gar Arbeitsergebnisse verwerfen zu müssen ist lästig und kostet unnötig Zeit. Trotzdem ist genau das beim industriellen Sieben nötig, wenn das Siebgewebe reißt oder die Siebmaschine mit zu viel Produkt zu kämpfen hat. Ein Partikelmessgerät, das den Siebstrom online überwacht, soll solche Zwischenfälle vermeiden.

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Das Produktführungsdach schleust die zur Messung nötige Produktmenge kontinuierlich ins optische System des Partikelmessgeräts. (Bild: J. Engelsmann)
Das Produktführungsdach schleust die zur Messung nötige Produktmenge kontinuierlich ins optische System des Partikelmessgeräts. (Bild: J. Engelsmann)

Siebmaschinen sind Dauerläufer in der industriellen Produktion, die rund um die Uhr Großes von Kleinem trennen müssen. Wenn sie stillstehen, werden sie schnell zum Kostenfaktor für den Betreiber, sodass man genau darauf achtet, die Siebwechsel in möglichst kurzer Zeit durchzuführen und die Wartungsintervallen nicht zu lang werden zu lassen. Denn Stillstände dieser Art sind immerhin planbar. Reißt jedoch ein Sieb oder wird die Siebmaschine mit zu viel Produkt überfahren, hat der Betreiber keine Wahl, und ein Stillstand ist Muss.

Besonders ärgerlich sind solche unplanbaren Ausfälle, weil sie sich auf das Produkt auswirken. Denn das, was das Sieb vorher säuberlich voneinander getrennt hatte, findet bei solchen Zwischenfällen wieder zueinander und vermischt sich. Je nach Größe der Siebmaschine rutschen bei einem Siebriss riesige Mengen des Produktes außerhalb der gewünschten Korngröße durch und wandern in die nachgeschalteten Verfahrensschritte. Im schlimmsten Fall muss dann das gesamte Produkt vernichtet werden, zumindest aber muss es den kompletten Siebvorgang ein zweites Mal durchlaufen.

Online im Bilde

Ein neue hilfreiche Entwicklung setzt genau an diesem Punkt an: das neue Partikelmessgerät JEL Horus von J. Engelsmann, bei dessen Entwicklung die Probleme Siebbruch und Überfahren des Siebes im Vordergrund standen. Damit ist nun möglich, das gesiebte Produkt an der Siebmaschine permanent zu überwachen. Sobald ein Sieb gerissen ist und infolgedessen das Grobkorn in der Gutware zunimmt, erfasst das Partikelmessgerät dies sofort. Und ebenso schnell registriert es bei einem Überfahren des Siebes, dass sich Feingut in der Grobware anhäuft. Bislang gab es kein Messgerät mit diesen Funktionen.

Das Problem bei der Ermittlung der Korngröße bisher war, dass sie sich nicht online durchführen ließ und eine aufwändige und repräsentative Probenahme damit unumgänglich war. Diese ist jedoch nicht permanent und zudem noch sehr zeit- und kostenintensiv, da die Probe noch entsprechend auszuwerten ist. Bei dem Partikelmessgerät JEL Horus handelt es sich dagegen um eine echte Online-Messung. Permanent fließt ein Teilstrom des Produktes durch das Messgerät, das Messergebnis wird unmittelbar ausgewertet. Damit steht die Korngröße unter ständiger Beobachtung.

Im Wesentlichen setzt sich das Partikelmessgerät aus dem Produktfallrohr, dem Produktführungsdach (das in das Produktfallrohr integriert ist) und der Messstrecke mit einem integrierten optoelektronischen Messsystem zusammen. Die Messstrecke mit dem optoelektronischen System besteht aus einer Lichtquelle, den entsprechenden Linsen zur Bündelung des Lichtes und einer Auswerteelektronik des ankommenden Lichtes. Eine Software, die speziell für das Messgerät entwickelt wurde, ermöglicht die problemlose Einstellung der Parameter. Somit kann das Gerät auf den entsprechenden Anwendungsfall und das jeweilige Produkt optimal eingestellt werden. Die Auswertemöglichkeiten des Signals erlauben es, über eine Anzeige direkt an dem Gerät darzustellen, ob sich das detektierte Produkt noch in der gewünschten Bandbreite befindet.

Eine optische und akustische Anzeige lassen sich zusätzlich installieren oder über eine Profibus-Schnittstelle das Signal einer bauseitigen Steuerung/PLS zur Verfügung zu stellen.

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