Nachhaltige Rohstoffpolitik

So düster sieht die Zukunft ohne Rohstoffe aus

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Dass Recycling ein wichtiger Beitrag zur Rohstoffversorgung ist, bestätigt auch Nicole Neuer von der Robert Bosch GmbH: „Wo möglich, verwerten wir Produktionsrückstände über externe Recyclingsysteme.“ Darüber hinaus setze Bosch auf das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Das bedeute, dass Produktionsrückstände, die von Spezialunternehmen recycelt werden, wieder in den Produktionsprozess zurück gelangen. Auch würden aus Fahrzeugen ausgebaute Altteile strukturiert aus dem Markt zurückgenommen, identifiziert, sortiert und aufbereitet.

Einen beachtenswerten Aspekt der Rohstoffsicherheit beleuchtet Christophe Koenig, Vice President des Kupferkonzerns Aurubis: „Das Wichtigste für ein Unternehmen, um die Versorgung mit den von ihm benötigten Rohstoffen zu sichern, ist seine eigene Reputation.“ Wer ein zuverlässiges Geschäftsgebaren habe sowie eine hohe Fach- und Problemlösungskompetenz besitze, werde als seriöser Geschäftspartner von Rohstofflieferanten wahrgenommen.

Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? (Bildergalerie)

Der Flaschenhals sind die Förderländer

Dazu passt die Erkenntnis von Steffen Voss, Global Business Unit Manager bei Heraeus: „Die Industrieunternehmen benötigen eine gut durchdachte Einkaufsstrategie.“ Dabei sei es in der globalisierten Welt von besonderer Bedeutung, die Zulieferer und vor allem auch die primäre Herkunft der Rohstoffe zu kennen. Bei Edelmetallen – für Heraeus von zentraler Bedeutung – bestehe bezüglich der Herkunft ein gewisses Risiko, dem unter anderem durch Auditierung der Zulieferer entgegenzuwirken sei.

Die Abhängigkeit von einigen wenigen Förderländern kann Hightech-Rohstoffe verknappen, obwohl sie physisch verfügbar sind. Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, nennt ein Beispiel: „Der Abbau von Kobalt, das Unternehmen etwa für Lithium-Ionen-Akkus benötigen, erfolgt derzeit zu fast 60 % in der Demokratischen Republik Kongo.“ Das Land erfülle aber nicht die hohen europäischen Sozial-, Umwelt-, Menschenrechts- und Governance-Standards. Die Unternehmen seien deshalb auch auf die Politik angewiesen, um Rohstoffe wie Kobalt verantwortungsvoll beziehen zu können.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

* Ulrich Schamari ist freier Journalist aus 60320 Frankfurt am Main

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