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Filtertechnik

Sicheres Abscheiden von Pharmastäuben mit hochaktiven Substanzen

18.11.2008 | Autor / Redakteur: Dr.-Ing. H.J. Adlhoch / Anke Geipel-Kern

Der PharmEx-Filter ist druckstoßfest, daher kann er organische Stäube mit einem maximalen Explosionsdruck von 10 bar und einem KSt-Wert von 250 bar m/s ohne weiteren Aufwand abscheiden.
Der PharmEx-Filter ist druckstoßfest, daher kann er organische Stäube mit einem maximalen Explosionsdruck von 10 bar und einem KSt-Wert von 250 bar m/s ohne weiteren Aufwand abscheiden.

Ein neuer, druckstoßfest konzipierter Filter verbindet die konstruktiven Vorteile eines Oberflächenfilters mit der hohen Abscheideleistung eines Sinterlamellenfilters. Die detaillierte Planung kompletter Filtersysteme ermöglicht es, Risiken für Produkt, Personal und Umwelt technisch entgegenzuwirken.

Um einen Rundum-Schutz gegenüber Stäuben zu erhalten, muss der Staub bereits an der Entstehungsstelle erfasst, in einem Filtersystem sicher abgeschieden und kontaminationsfrei entsorgt werden. Herding hat jetzt einen Sinterlamellenfilter als Primärfilter mit einer Abscheideleistung von <0,2 mg/m³ auf der Reingasseite entwickelt. Um die Sicherheit vor Explosionen jederzeit zu gewährleisten, wurde der HerdingPharmEx als von der DEKRA Exam-getestete Alternative zu abreinigbaren Schwebstoff-Filtern entwickelt. Vorteile des Oberflächenfilters sind die konstanten Betriebsbedingungen und es konnte bei explosionsfähigen organischen Stäuben auf aufwändige tertiäre Maßnahmen verzichtet werden. Der PharmEx ist druckstoßfest konzipiert, sodass organische Stäube mit einem maximalen Explosionsdruck von 10 bar und einem KSt-Wert von 250 bar m/s ohne zusätzlichen Aufwand abgeschieden werden können. Zudem haben die eingebauten Sinterlamellenfilter bei einem Staubexplosionsereignis eine flammensperrende Wirkung und dienen als Staub-Ex-Zonen-Sperre. Der nachgeschaltete HEPA-Filter ist lediglich als Polizeifilter zu sehen. Ein Austausch und damit Kontaminationsgefahr durch den Sekundärfilter ist praktisch nicht mehr gegeben, wenn man die zu erwartende Abscheideleistung des Primärfilters von <0,2 mg/m³ berücksichtigt.

Häufig ist der Filter allein nicht ausschlaggebend. Dann ist eine konstruktive Lösung gefragt, wie das folgende Beispiel zeigt. Eine hohe Abscheideleistung des Filtermediums setzt voraus, dass entweder ein Tiefenfilter oder ein Oberflächenfilter mit feinster Oberfläche einzusetzen ist. In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass beim Filmcoaten klebrige Dispersionen die Filter zusetzen. In der Praxis bedeutet dies z.B. bei bestimmten Acrylharzen, dass zweimal im Monat die Filtermedien auszuwechseln sind. Nach eingehenden Versuchen im Technikum und vor Ort konnte das Problem durch Precoatieren gelöst werden. Dabei wird eine Hilfsschicht auf die Filterelemente aufgegeben, die einen direkten Kontakt des klebrigen Pharmastaubes mit der Filteroberfläche verhindert. Dabei musste das Precoatieren so gesteuert werden, dass beim Abreinigungsvorgang durch Jet-Impulse jederzeit eine Filterhilfsschicht vorhanden ist. Dafür wurde eine verfahrenstechnische Steuerung in Verbindung mit einem optimierten Aufgabesystem für das Precoat-Material entwickelt, die stets eine geschlossene Filterhilfsschicht sicher stellt. Das System wurde so erweitert, dass nur einmal wöchentlich ein Silo mit Precoat-Material zu füllen ist und der Rest voll automatisch abläuft. Damit konnte der Filterwechsel, von zweimal pro Monat zu einmal in zehn Monaten drastisch reduziert werden.

Lösung für hochwirksame Stäube

Eine kontaminationsfreie Staubentsorgung bei hochwirksamen Stäuben wird vor allem dann für den Produzenten zur Herausforderung, wenn eine Vielzahl von Staubsammelbehälter an verschiedenen Filteranlagen in der Produktion verteilt ist und diese einzeln entleert werden müssen. Dies bedeutet eine permanente Kontaminationsgefahr. Umgehen lässt sich dies, indem zunächst die Staubsammelbehälter durch eine pneumatische Förderung ersetzt werden, welche die Stäube im geschlossenen System zu einer zentralen Filteranlage transportiert. Als Staubaustrag an dieser zentralen Filteranlage rentiert sich dann ein aufwändiges Staubsammel- und Entsorgungssystem. Dies besteht aus einem System mit Endlosschlauch, der durch ein Dreifach-Schweißgerät verschlossen und der Staub so in einer Tonne kontaminationsfrei entsorgt wird.

Herding, Hersteller von Filtermedien und kompletten Filteranlagen, versteht sich als Systemanbieter von der Stauberfassung bis zur Staubentsorgung. Somit können in Abstimmung mit Ingenieurfirmen und Herstellern fester Arzneiformen auch individuelle Probleme aus einer Hand gelöst werden.

Der Autor ist Prokurist bei Herding GmbH Filtertechnik.

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