Worldwide China Indien

Machen oder machen lassen?

Serviceangebote für die Wasserwirtschaft gewinnen an Umfang

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Siemens bietet Instandhaltern mit der Comos Mobile Operations App eine neue mobile Unterstützung für die Durchführung von Wartungsarbeiten und das Management von Störmeldungen im Feld.
Siemens bietet Instandhaltern mit der Comos Mobile Operations App eine neue mobile Unterstützung für die Durchführung von Wartungsarbeiten und das Management von Störmeldungen im Feld. (Bild: Siemens)

Industrieparkbetreiber, Überwachungsvereine, Anlagenbauer oder Komponentenanbieter: aus allen Richtungen werden der Wasserwirtschaft mittlerweile Serviceangebote unterbreitet. Vermutlich hängt die neue Liebe zu solchen Dienstleistungen mit der Digitalisierung und den neuen Möglichkeiten der Datengewinnung und Datenanalyse zusammen.

Die Entscheidung von Unternehmen, die Verantwortung für bestimmte Arbeiten oder Verfahrensteilschritte an Dienstleister zu übergeben, hat viele Gründe. Entweder mangelt es am eigenen Know-how oder man will sich fortan auf ureigene Kernkompetenzen beschränken. In der Regel spielen auch Kostenüberlegungen eine Rolle.

Der Klassiker in der Wasserwirtschaft sieht so aus: Die zur Veolia-Gruppe gehörende TVF Waste Solutions bietet kommunalen Kläranlagenbetreibern und Industrieunternehmen Lösungen rund um den Klärschlamm an – von der CO2-neutralen Schlammverbrennung in Braunkohlekraftwerken und Zementwerken über die Aufbereitung des Klärschlamms zum sekundären Brennstoff bis hin zu dessen stofflicher Verwertung in Kompostierungsanlagen oder im Landschaftsbau.

Neuere Dienstleistungen eröffnen sich über die digitale Transformation; speziell für die Wartung und Instandhaltung sind das Geschäftsmodelle, die zuvor nicht denkbar waren. Allerdings taucht gerade hier schnell die Frage auf, welche Kompetenzen in der Organisation zukünftig verbleiben sollen. Wenn beispielsweise durch fortschreitende Sensor- und Fernwirktechnik die Hersteller von Pumpen in der Lage sein werden, ihre gelieferten Aggregate selbst zu überwachen, zu warten und auch in Stand zu setzen, muss die Instandhaltungsstrategie grundsätzlich auf den Prüfstand. Es ist zu entscheiden, inwieweit sich das Unternehmen dauerhaft in Abhängigkeit von bestimmten Herstellern begeben will. Der Wupperverband (Mitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet) z.B. hat entschieden, wesentliche Kernkompetenzen innerhalb der Organisation beizubehalten – eine gute Strategie, wie auch Dienstleister bestätigen.

Outsourcing-Angebote gewinnen an Fahrt

Neben den etablierten Industrieservice-Unternehmen drängen neue Anbieter in den Markt, u.a. Anlagenbauer und Anbieter von Einzelgewerken, so das Ergebnis der Lünendonk-Studie „Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ vom letzten Jahr.

Dazu passt, dass die Envirochemie-Gruppe ihr Dienstleistungsangebot für den Betrieb wassertechnischer Anlagen in der Industrie weiter ausbaut. So erweitert die Tochter Envirofalk ihr Servicenetzwerk u.a. mit der Übernahme zweier Wassertechnikunternehmen: des Vertriebs- und Service-Standorts von Evoqua bei München, zudem der Gesellschaftsanteile der AW Abwasser-Wasser-Technik in Hamburg – ein Spezialist für die Aufbereitung von Prozesswasser, Rein- und Reinstwasser für Industrie sowie Labor- und Medizintechnik. Für die Wasservollentsalzung und Teilentsalzung bietet das Unternehmen die Regeneration von Ionenaustauscherpatronen aller gängigen Fabrikate an.

Bereits seit 1997 betreibt Envirochemie für den Spezialglashersteller Schott mehr als 40 Anlagen der Brunnen- und Kühlwasseraufbereitung, Prozesswasser- und Abwasserbehandlung sowie Kühlschmiermittelkreislaufanlagen. Zehn Wasserspezialisten kümmern sich seitdem direkt bei Schott in Mainz um die Versorgung der Produktion mit allen erforderlichen Stoffströmen und die sichere Einleitung in den Rhein. Die starke Präsenz vor Ort ist für Schott wichtig, kann das Team doch schnell auf Störungen reagieren. Auch eine permanente Prozessoptimierung während des Betriebs gehört zum Leistungsumfang.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45203416 / Wasser/Abwasser)