Machen oder machen lassen?

Serviceangebote für die Wasserwirtschaft gewinnen an Umfang

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Rückgewinnung von Edelmetallen

Der Aufarbeitung und Rückgewinnung von hochpreisigen Edelmetallen wie Platin, Gold, Palladium und Silber, aber auch von strategischen Metallen wie Indium, Gallium, Niob, Tantal und den Seltenen Erden aus Sekundärrohstoffquellen wird in den nächsten Jahren eine stetig wachsende Bedeutung zukommen. Neben Elek­troschrott stellen industrielle Prozess- und Abwässer eine bedeutende Wertmetallquelle dar, für die grundsätzlich bereits unterschiedliche Methoden zur Aufarbeitung bzw. Rückgewinnung von Ziel-Ionen existieren. Dazu zählen Ionenaustauscher, Fällungsverfahren, Extraktionen, elektrolytische Verfahren und die pyrometallurgische Metallrückgewinnung sowie kombinierte Prozesse.

Wegen einer Vielzahl von Nachteilen der genannten Metallrückgewinnungsverfahren wie beispielsweise dem hohen Energiebedarf, dem Einsatz von Flockungsmitteln, organischen Lösemitteln sowie weiteren Hilfschemikalien und vor allem der wenig ausgeprägten Selektivität gegenüber anderen, störenden Metall- und Nichtmetall-Ionen lohnt sich die Aufarbeitung insbesondere von gering konzentrierten Prozess- und Spülwässern oftmals jedoch nicht, sodass hier wertvolle Ressourcen ungenutzt verloren gehen.

Mit einem neuartigen Adsorber-Textil (entwickelt durch das Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West DTNW zusammen mit Unternehmenspartnern) ist das nun anders: Hierdurch lassen sich kostengünstig mehr wertvolle Edelmetalle aus schwach konzentrierten wässrigen Lösungen zurückholen als bisher.

Das Textil besteht aus Polyester und Polyvinylamin und somit aus preiswerten Grundmaterialien, die durch gängige Verfahren der Textilausrüstung einfach kombiniert werden können. Leitet man edelmetallhaltiges Wasser über das Textil, wird das Metall zurückgehalten und reichert sich dort an. Anschließend wird das Material verbrannt, die Asche metallurgisch aufbereitet und so das Metall zurückgewonnen.

Das Geschäftsmodell ist denkbar einfach: Beim Kunden wird je nach anfallender Prozesswassermenge eine mobile oder stationäre Filtrationsanlage aufgebaut, in der tageweise oder dauerhaft im Betrieb gereinigt und das gewonnene Metall anschließend vergütet wird. Wie beim Contracting teilen sich Industrie und Anlagenbetreiber den Gewinn. Die grundsätzliche Praxistauglichkeit des Materials konnte bereits eindrucksvoll an der Filtration von Palladium-haltigen Wässern der Leiterplattenindustrie demonstriert werden. Hierbei wurde das Palladium vollständig am Textil gebunden. Die nachfolgende Verhüttung lieferte das reine Edelmetall.

Fazit: Die Outsourcing-Angebote für die Wasserwirtschaft werden immer vielfältiger und gewinnen an Attraktivität. Wie zumeist im Leben ist ein gesunder Mittelweg vermutlich die beste Lösung: Dienstleister bieten Flexibilität zu kalkulierbaren Kosten. Aber um Dienstleister lenken und einschätzen zu können, braucht der Betreiber einen Rest an Kompetenz für die betreffenden Gewerke.

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