Suchen

Wasseraufbereitung Separationsprozesse für Trinkwasser optimieren und PFT abtrennen

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Das Oberhausener Forschungsinstitut Fraunhofer Umsicht präsentiert beschichtete Mikrosiebe und cellulosebasierte, chemisch modifizierte Adsorbenzien als neue Trennmaterialien.

Firmen zum Thema

Modifizierte biogene Materialien adsorbieren PFT aus kontaminierten Wässern.
Modifizierte biogene Materialien adsorbieren PFT aus kontaminierten Wässern.
(Bild: Fraunhofer Umsicht)

Hygienisch und toxikologisch unbedenkliches Trinkwasser ist in vielen Teilen der Welt eine ebenso kostbare wie endliche Ressource. Filtrationsverfahren können durch die gezielte Trennung von Stoffströmen in einzelne, wiederverwertbare Komponenten Wasserkreisläufe schließen, Abwasser reinigen und Wasser in Trinkwasserqualität überführen.

Beim Forschungsinstitut werden Filtrationsprozesse optimiert und Mikrofilter für die Wassertechnik hergestellt. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts nano Efficiency wurde ein Beschichtungsverfahren für Mikrofilter entwickelt, das Schichten erzeugt, die eine Antifoulingwirkung besitzen. Sie sind nicht dicker als 100 nm, antikorrosiv und dauerhaft haltend. Auch nach längerem Gebrauch bilden sich keine nennenswerten Deckschichten – Fouling –, die die Filtrationsleistung negativ beeinflussen.

Bildergalerie

Abtrennung von kürzerkettigen perfluorierte Tensiden

Ein weiteres neues Trennmaterial sind cellulosebasierte, chemisch modifizierte Adsorbenzien, die perfluorierte Tenside (PFT) aus Wasser abtrennen. PFT werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt, etwa in wasser- und schmutzabweisenden Beschichtungen für Textilien sowie als Netz- und Antischleiermittel in der Galvanik. Sie sind persistent, das heißt sie werden auf natürlichem Wege nicht abgebaut und lassen sich auch nicht mit den üblichen Verfahren zerstören.

Längerkettige PFT wie Perfluoroctansulfonat (PFOS) lassen sich relativ gut mit herkömmlicher Aktivkohle entfernen und sind mittlerweile in der Mehrzahl verboten. Die Forscher haben sich daher auf die kürzerkettigen, hydrophilen Vertreter konzentriert. Hierzu zählt zum Beispiel Perfluorbutansulfonsäure (PFBS). Die bereits patentierten Adsorbenzien, die in Zusammenarbeit mit Cornelsen Umwelttechnologie entwickelt wurden, basieren auf Hanfschäben und Holzspänen. Nach Beladung sollen die Adsorbenzien künftig bei hohen Temperaturen verbrannt werden, wodurch auch die PFT in ihre Elemente zerlegt werden und somit keine Belastung mehr für die Umwelt darstellen.

Ifat: Halle B3, Stand 179/276

(ID:42622278)