Tomografie für die Anlagen-Instandhaltung Schnitt für Schnitt zur Rohr-Diagnose: Das kann Tomografie in der Anlagen-Instandhaltung

Redakteur: Dominik Stephan

Wer "in die Röhre" schaut, muss nicht immer leer ausgehen: Tomografen sind in der längst ein Standardwerkzeug unter den "bildgebenden" Verfahren. Präzise Schicht für Schicht entdecken, was von außen verborgen bleibt - das wäre doch auch etwas für die Anlageninstandhaltung. Finnische Entwickler haben ein Verfahren entwickelt, die Tomografie zur Diagnose von Rohrleitungen und Sepratoren einzusetzen. Das Interesse aus der Industrie ist jedenfalls groß...

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Die auf dem Schnittbildverfahren basierende industrielle Kontrolltechnologie des in Kuopio ansässigen Unternehmens Rocsole ist – insbesondere für die Öl- und Prozessindustrie – ein durchschlagender Erfolg.
Die auf dem Schnittbildverfahren basierende industrielle Kontrolltechnologie des in Kuopio ansässigen Unternehmens Rocsole ist – insbesondere für die Öl- und Prozessindustrie – ein durchschlagender Erfolg.
(Bild: Rocsole)

In der Medizin ist es längst ein Standardverfahren: Tomografie. Doch auch in der Überwachung und Diagnose von Anlagenteilen könnten die Schnittbilder helfen, den Instandhaltungsbedarf zu bestimmen und mögliche Produktionsausfälle zu vermeiden. Das Interesse ist jedenfalls riesig: Nicht nur Anlagenbetreiber, sondern auch Investoren wie Shell Ventures und Repsol Energy Ventures setzen auf Tomografie, genauer auf ein industrielle Kontrolltechnologie des Unternehmens Rocsole aus Kuopio, Finnland. Die Entwickler haben zusammen mit der Universität Ostfinnland ein System entwickelt, das die Emulsion sowie die Ablagerungen in Rohrleitungen und Separatoren mit Sensoren überwacht.

Auf der Grundlage der bildgebenden Daten, die das System liefert, wurde es möglich, den Reinigungsbedarf von Rohrsystemen im Voraus zu bestimmen und damit den Reinigungsprozess zu optimieren und unnötige Produktionsunterbrechungen zu minimieren. Für die Öl- und Prozessindustrie gewährleistet das Verfahren einen ununterbrochenen und damit noch effizienteren Produktionsprozess sowie ein sauberes Endprodukt. Kein Wunder also, dass die Innovation von Rocsole weltweit auf großes Interesse stößt.

Rohr-Diagnose und Anlagen-Kristallkugel: Schnittbilder können mehr

„Messgeräte und Sensoren in der Prozessindustrie sind der Verschmutzung ausgesetzt, was die Messergebnisse verfälschen kann. Eine Lösung für diese Herausforderung bietet das Schnittbildverfahren. Mithilfe dieser Technologie wird der Schmutz, der sich an einem Sensor angesammelt hat, tomografisch abgebildet, wodurch Produktions- und Wartungsprozesse optimiert und zu erwartende Störungen antizipiert werden können“, erklärt der Rocsole-Geschäftsführer Mika Tienhaara, der die Technologie entwickelt und vermarktet hat.

Die Finnen wurden für diese Innovation bereits mehrfach ausgezeichnet. In den USA errang das Unternehmen den Spotlight on New Technology Award der Offshore Technology Conference, den Gold-Status beim Golden Bridge Award und einen Finalplatz beim Wettbewerb Rising Star & Commercial Technology of the Year, der von S & P ausgerichtet wird. In Kanada wurde das Unternehmen mit dem Global Energy Innovation Award gekürt. Außerdem ist das Unternehmen am Syner-Leap-Programm von ABB beteiligt.

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