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Neue Wege in Südkorea

Samsung und Endress+Hauser: Automatisierung für die weltgrößte Biologics-Anlage

| Redakteur: Dominik Stephan

Das Bild zeigt die Biologicals-Fertigung bei Samsung.
Das Bild zeigt die Biologicals-Fertigung bei Samsung. (Bild: Samsung)

Ein Handy-Riese als Spezialist für Biotech-Produktionsprozesse. Europäische Automatisierungs-Experten auf der Suche nach neuen Wegen im Fernen Osten. Warum Samsungs Griff nach der Biopharma-Weltspitze auch etwas mit Messgeräten zu tun hat, und welche Rolle die weltgrößte Biologics-Produktion für Endress+Hausers Korea-Strategie spielt…

Koreas Vorzeige Technologie-Konzern Samsung will mehr als „nur“ Handys und Flachbildschirme: Der größte Mischkonzern des Landes setzt mit seiner vor sechs Jahren als Joint Venture mit Quintiles gegründeten Tochter Samsung Biologics auf Biopharmazeutika. Vom Contract Manufacturing mit Best-Practice-Standards über eigene biopharmazeutische Forschung will der Elektro-Riese zum weltgrößten Biopharma-Hersteller werden.

Gerade einmal sechs Jahre jung ist Samsung Biologics – doch ist das Unternehmen bereits jetzt im Begriff, zu den großen biopharmazeutischen Vertragsherstellern aufzuschließen. Dabei helfen soll das in der IT- und Chipherstellung erworbene Know-how um Herstellungsmethoden und -Prozesse, aber auch die entsprechende Technologie. Und die kommt an ganz entscheidender Stelle aus Europa.

Komplettservice für biologische Wirkstoffe

„Wir können hohe Qualität zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten, da wir mit einmaligen Konstruktions- und Betriebstechnologien Investitionskosten sparen“, erklärt James Yoon, Vizepräsident von Samsung Biologics, die Erfolgsstrategie der Südkoreaner. „Wenn unsere Kunden aus der pharmazeutischen Industrie ihre Produktion an uns auslagern, bieten wir ihnen Komplettservice zu günstigen Rahmenbedingungen.“

Von der Produktentwicklung bis zur Wirkstofffertigung übernehmen die Koreaner für kleinere Biotech-Unternehmen sowie große Pharma-Riesen die Produktion. Der Kunde kann sich auf Forschung und Vermarktung konzentrieren, während Samsung die investitionsintensive Fertigung übernimmt. Das soll nicht nur Kosten sparen – und so letztlich auch den Preis der Wirkstoffe drücken helfen – sondern Pharma-Firmen auch größtmögliche Flexibilität ermöglichen, erklärt Chungwoo Lee, Samsung Biologics Vice President für das Facility Technology Team.

Bio hat die Nase vorn

In den Produktionsprozessen gäbe es noch erhebliches Optimierungspotenzial, ist sich der Samsung-Manager sicher. Damit besetzen die Koreaner nicht nur international einen Wachstumsmarkt – auch im „Land der Morgenfrische“ boomen Pharmazeutika, Kosmetik- und Life-Science-Produkte.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Biologics, also biotechnologisch hergestellten Arzneien (häufig aus Säugetierstammzellen): Bis 2021 soll der weltweite Markt Marktanalysten zufolge über 223,7 Milliarden Dollar abwerfen und pro Jahr um durchschnittlich 9,1 % zulegen. Zum Vergleich: Herkömmliche Medikamente auf Basis chemischer Wirkstoffsynthesen wachsen lediglich mit etwa 2,6 %. Und auch die Margen können sich sehen lassen: 45,1 % (Biologics) gegenüber 26,4 % für typische „chemische“ Medikamente sprechen eine deutliche Sprache. In Zukunft, so hoffen es die Pharmafirmen, könnte die Biotechnologie auch ganz neue Wirkstoffe gegen bisher „unheilbare“ Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Krebs entwickeln.

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