Suchen

Schwierige Marktbedingungen Sabic und Clariant setzen Joint-Venture-Gespräche aus

| Redakteur: Alexander Stark

Die schlechten Nachrichten aus dem Hause Clariant wollen nicht abreißen. Erst vor wenigen Tagen meldete der Spezialchemiekonzern den überraschenden Rückzug von Chief Executive Officer Ernesto Occhiello. Nun folgt mit dem Abbruch der Gespräche zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Sabic ein weiterer herber Rückschlag. Beide Unternehmen teilten aber mit, dass die Gespräche nur ausgesetzt seien.

Firmen zum Thema

Clariant und Sabic haben sich entschieden, ihre Verhandlungen über die beabsichtigte Schaffung des Geschäftsbereichs High Performance Materials vorübergehend auszusetzen.
Clariant und Sabic haben sich entschieden, ihre Verhandlungen über die beabsichtigte Schaffung des Geschäftsbereichs High Performance Materials vorübergehend auszusetzen.
(Bild: Scanderberg Sauer/ Clariant)

Muttenz/Schweiz – Clariant und Sabic sind nach Unternehmensangaben übereingekommen, die Gespräche über einen beabsichtigten Geschäftszusammenschluss auszusetzen. Dabei sollten in einem gemeinsamen Unternehmen die Geschäfte mit Additiven und Masterbatches von Clariant sowie Teile des Spezialitätengeschäfts von Sabic verschmolzen werden.

Im Rahmen seiner globalen Wachstumsstrategie hatte der saudische Konzern im September 2018 eine Transaktion zum Erwerb einer 24,99-%igen Beteiligung an Clariant abgeschlossen. Mit dieser Beteiligung wurde der Konzern zum größten Ankeraktionär des Schweizer Unternehmens. Kurz darauf wurden Gespräche und die Prüfung eines möglichen Joint Ventures angekündigt.

Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Prüfung einer möglichen Fusion des Spezialitätengeschäfts seien beide Parteien nun übereingekommen, die Gespräche aufgrund der derzeit ungünstigen Marktbedingungen vorübergehend zu vertagen, teilt Sabic auf seiner Internetseite mit.

Als Teil der im September 2018 angekündigten Portfolio-Aufwertung will Clariant die Veräußerung seines Pigment-Geschäfts aber fortführen. Zudem hat das Unternehmen angekündigt, das gesamte Geschäft mit Masterbatches, also Standard- und hochwertige Masterbatches, zu verkaufen. Unverändert soll die Veräußerungen bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Die Erlöse aus den Verkäufen will das Unternehmen nutzen, um in Innovationen und technologische Anwendungen innerhalb der Kerngeschäftsbereiche zu investieren, die Unternehmensbilanz zu stärken und an Aktionäre auszuschütten.

(ID:46048695)