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Multi-Fuel-Conversion RWE baut Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm

| Redakteur: Alexander Stark

RWE plant im Innovationszentrum Niederaußem den Bau einer Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor. Dazu hat das Energieunternehmen jetzt den Auftrag für eine sogenannte Multi-Fuel-Conversion-Anlage (MFC) erteilt.

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Kraftwerk Niederaußem: Im Innovationszentrum Niederaußem errichtet RWE eine Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor.
Kraftwerk Niederaußem: Im Innovationszentrum Niederaußem errichtet RWE eine Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor.
(Bild: RWE)

Köln – Phosphor ist für die Herstellung von Kunstdünger unersetzlich. Bisher wird dieser aus Mineralien gewonnen, die in Ländern wie China, Marokko/Westsahara, USA und Russland in Bergwerken abgebaut werden. Die Vorkommen sind aber begrenzt. Phosphor kann auch aus biogenen Abfällen zurückgewonnen werden. Eine der Hauptquellen dafür ist Klärschlamm. Das Phosphor-Recycling aus Klärschlamm wird ab 2029 in Deutschland Pflicht.

Auf diese Rahmenbedingungen bereitet sich RWE mit dem Bau einer Versuchsanlage im Innovationszentrum Niederaußem vor. Von 2021 an sollen darin Gemische von Klärschlamm, Klärschlamm-Asche und Braunkohle hohen Temperaturen um 1500 °C und starkem Sauerstoffmangel ausgesetzt werden. Auf diese Weise entsteht gasförmiger Phosphor, der – möglichst rein abgeschieden – zu Phosphorsäure verarbeitet werden kann.

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In der MFC-Anlage wird nicht nur der Phosphoranteil des Klärschlamms zurückgewonnen, sondern auch ein Teil des Kohlenstoffs. Denn das Material wird nicht verbrannt und damit vollständig zu CO2 und Wasserdampf umgewandelt. Vielmehr entsteht Synthesegas, eine Mischung aus CO und Wasserstoff. Dieses wird in der chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt.

Das Essener Unternehmen hat den Auftrag über die Planung und Errichtung der MFC-Anlage an Thermische Apparate Freiberg (TAF) vergeben. Bis zum Frühjahr 2020 sollen die ersten Teile errichtet sein. Die komplette MFC-Anlage soll im Sommer 2021 in Betrieb gehen. Die Versuchsanlage ist Teil des virtuellen „Innovations- und Technologiezentrums zur stofflichen Nutzung nachhaltiger Kohlenstoffquellen“ (ITZ-CC) in Nordrhein-Westfalen von RWE, Fraunhofer Umsicht und der Ruhr-Universität Bochum.

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