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Technische Regelwerke

Runter von der Insel(-lösung): Zehn Jahre IGR

| Redakteur: Tobias Hüser

„Seit unserer Gründung haben wir nicht nur die Zahl der Mitglieder verdoppelt“, sagt Martin Rauser, Vorstand der IGR.
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„Seit unserer Gründung haben wir nicht nur die Zahl der Mitglieder verdoppelt“, sagt Martin Rauser, Vorstand der IGR. (Bild: IGR)

Über 20 Jahre nach dem Ende der Hoechst-AG wird der Industriepark zum Hotspot für Zusammenarbeit über Betriebsgrenzen hinweg: Die Interessengemeinschaft Regelwerke Technik (IGR) versteht sich seit nunmehr zehn Jahren als Wissens-Vernetzer in Sachen Betrieb für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Seit 2007 fördert der Verband die technische Kompetenz seiner Mitglieder, mit dem Ziel, die technischen Regelwerke über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen zuverlässig und wirtschaftlich umzusetzen.

Höchst – "Betriebsingenieure brauchen einen 'Marktplatz der Erfahrungen'", erklärt Martin Rauser, Vorstand der IGR, die Intention hinter der Gründung des Verbandes. In den späten Neunzigern im Umfeld der ehemaligen Hoechst AG entstanden, war es von Anfang an das erklärte Ziel, das gebündelte Wissen und die technische Kompetenz auf den Gebieten der Verfahrenstechnik, Elektro-, Mess- und Regeltechnik, Werkstofftechnik und Prozesssicherheit der Konzerningenieure auch über die Neuausrichtung des Chemieriesen hinaus zu bewahren. „Wir haben schon 1997 erkannt, dass wir nun selbst erhalten und auch weiterentwickeln müssen, was über 130 Jahre aufgebaut wurde“, so Rauser. Seit dem 20. Juni 2007 ist die IGR ein eingetragener Verein.

Grund genug, ein Résumé einer Dekade im Dienste der Technik zu ziehen, findet Rauser: „Seit unserer Gründung haben wir nicht nur die Zahl der Mitglieder verdoppelt“, erklärt der IGR-Vorstand beim Jubiläum des Verbands im Industriepark Höchst. „Wir gewinnen auch immer mehr Mitglieder, die nicht aus dem Umfeld des ehemaligen Hoechst-Konzerns kommen. Beides zeigt den Erfolg unserer Arbeit.“

Zu den Jubiläumsgästen zählten nicht nur renommierte Experten und Manager der Mitgliedsfirmen, wie von Celanese, Sanofi-Aventis oder Infraserv, sondern auch von anderen Verbänden, z. B. der Namur.

Heute engagieren sich über 350 Experten aus mehr als 30 Unternehmen mit mehr als 27.000 Mitarbeitern ehrenamtlich für nachhaltiges Wissensmanagement sowie aktive Regelwerksverfolgung und -entwicklung. „Das verleiht den Interessen unserer Mitglieder größeres Gewicht gegenüber Lieferanten, Herstellern sowie Behörden“, sagte Rauser. Zudem können IGR-Mitglieder auf besondere Labore z.B. für Werkstofftechnik, Geräteprüftechnik oder Prozesssicherheit zugreifen.

Doppelbelastung für Betriebsingenieure

Sorge bereitet den Verbandsmitgliedern dabei die zunehmende Vereinzelung der Ingenieure in den Betrieben sowie die steigende Arbeitsbelastung bei Ressourcen- und Kapazitätsknappheit zur Implementierung technischer Maßnahmen. Deswegen sei eine firmen- und bereichsübergreifende Zusammenarbeit, die gemeinsame Erarbeitung von Regeln und Richtlinien sowie die Hilfestellung bei deren Umsetzung so wichtig, erklärte Dr. Thomas Tauchnitz, Sanofi-Aventis und Vorstandsmitglied der Namur.

Ins gleiche Horn stieß Dr. Dieter Stolz, Head of Engineering & Consulting bei Siemens: Auch im andauernden Strukturwandel seien Kompetenzerhalt und Sicherung des Standes der Technik zentrale Anforderungen. Dabei sieht Stolz nicht nur Betreiber, sondern auch und besonders die Dienstleister gefragt. Weg von Partikularlösungen, hin zu gemeinsamen Standards - und das nicht nur bei Siemens.

Eine Anforderung, die spätestens im vollvernetzten Industrie-4.0-Zeitalter besondere Dringlichkeit bekommt. Nur so ließen sich die Komplexität eines Systems reduzieren und Kosten sparen - eine einsame Insel mag zwar zur Erholung sehr schön sein, in der Verfahrenstechnik bleiben Insellösungen aber unerwünscht.

Ergänzendes zum Thema
 
Was ist die IGR?

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