61. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie

Rezepturschutz, Bauprodukte-Verordnung und REACH bleiben zentrale Themen der Bauchemie

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Wissenschaftsmedaille 2009 verliehen

Traditionell war die Mitgliederversammlung zugleich auch Bühne für die Verleihung der „Wissenschaftsmedaille der Deutschen Bauchemie“. Die Auszeichnung ging an Dr. Saskia Oehmichen (Schwabmünchen), die ihre Doktorarbeit „Mechanismen der Hydrophobierung zementgebundener Werkstoffe mit siliciumorganischen Verbindungen“ anschließend kurz vorstellte. Auf die Verleihung des „Förderpreises der Deutschen Bauchemie“ wurde auf Beschluss der Jury in diesem Jahr aus Mangel an qualitativ herausragenden Diplom-Arbeiten unter den Einsendungen verzichtet.

Wirtschaftskrise als Themenklammer im Vortragsprogramm

Prof. Dr. Alexander Malkwitz (A.T.Kearney GmbH, Düsseldorf) berichtete zunächst aus seinem Forschungsbereich über die Auswirkungen der Krise auf die Bauwirtschaft, die verglichen mit Branchen wie dem Maschinenbau noch moderat ausfielen und mittelfristig auch beherrschbar seien. EU-Parlamentarier Dr. Werner Langen (CDU) beklagte die „Ausbeutung der Marktwirtschaft im Finanzbereich“, warf der Finanzelite „Versagen“ vor und die einseitige Inanspruchnahme von Freiheit statt dem Ausüben von Verantwortung. Mit dem Satz „Wer verantwortlich ist wird sorgfältig sein“, schloss Prof. Dr. Paul Kirchhof an diese Thematik an, er sieht neben den individuellen Schwächen das Banken-Netzwerk als eines der wichtigsten Probleme im Zusammenhang mit den Ursachen der Finanzkrise an. In seinem bemerkenswerten Vortrag kritisierte der Jurist auch die Rege-lungswut in Deutschland: „Wir sind umzingelt von Normen und Gesetzen. Der Gesetzgeber weiß nicht was er tut, und der Bürger weiß nicht, was er tun soll“, so Kirchhof. Er präsentierte sein vor einiger Zeit schon einmal bundesweit viel diskutiertes vereinfachtes Steuermodell und empfahl, „nur so viele Regelungen zuzulassen, wie der zuständige Ministerialrat im Gedächtnis behalten“ könne.

„Deutsche Bauchemie“ wird zu Marke

Im Rahmen der Jahrestagung wurde auch das neue Verbandslogo vorgestellt. Die Wort-Bild-Marke besitzt ein offenes Quadrat, „damit symbolisieren wir die Offenheit des Verbandes für neue Ideen, Entwicklungen und neue Mitglieder“, so Dr. Alfred Kern. Der Sechsring stellt auf einen Blick den direkten Branchenbezug zur Chemie her und assoziiert durch das umgebende Quadrat zugleich die Nähe zu den Bereichen Haus und Bauen. Die Verbandsfarbe Blau ist geblieben, sie sichert den Wiedererkennungswert.

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