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Bilanzpressekonferenz 2016

Pumpenhersteller KSB wird schlanker und digitaler

Ist geteiltes Leid tatsächlich halbes Leid? Während die Umsätze der Pumpen-Hersteller im Jahr 2016 weltweit durchschnittlich um etwa 10 % zurückgingen, verzeichnete die KSB-Gruppe lediglich einen Umsatzrückgang um 4,6 % (auf nunmehr knapp 2,157 Milliarden Euro). Die Genugtuung über das ‚halbe Leid‘ hält sich vermutlich in Grenzen.

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KSB will sich auf drei Geschäftsfelder konzentrieren: Wasser/Abwasser, Industrie und Service. Im Bild: Abwassertauchmotorpumpen mit Kühlmantel werden zum Testlauf vorbereitet.
KSB will sich auf drei Geschäftsfelder konzentrieren: Wasser/Abwasser, Industrie und Service. Im Bild: Abwassertauchmotorpumpen mit Kühlmantel werden zum Testlauf vorbereitet.
(Bild: KSB)

Frankenthal – Die Gründe für den allgemeinen Umsatzrückgang in der Branche sind schnell aufgezählt: Generell gedrosselte Investitionsbereitschaft aufgrund politischer Krisen, Nachfrageschwäche bei Energieträgern und Rohstoffen, Verschiebung von Kraftwerksprojekten.

Wie steuert KSB dagegen an? Das bereits eingeleitete Effizienzsteigerungsprogramm trägt Früchte, wie der Vorstand auf der Bilanzpressekonferenz Ende März berichtete: Von den 1300 (!) entwickelten Maßnahmen waren 2016 schon 70 % in der Umsetzungsphase, wobei das Management die erreichten Einsparungen mit rund 50 Millionen Euro beziffert (allerdings mit einem Kostenaufwand in fast gleicher Höhe).

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Digitalisierung soll Wachstum bescheren

Schlanker und digitaler soll es weiter aufwärts gehen: Mit weniger Mitarbeitern, einer kleineren Zahl von Produktionsstätten, mehr Standards in der Produktpalette und einer zügig umgesetzten Digitalisierungs-Strategie will KSB zum früheren Wachstum zurückkehren.

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Dazu prüft KSB in einem neu geschaffenen ‚Business Innovation Lab‘ die Möglichkeiten, die sich in einer zunehmend vernetzten Technikwelt ergeben. Gemeinsam mit Kunden wollen die Mitarbeiter dieses Labs digitale Lösungen für die industrielle Praxis entwickeln - von der Anlagen-Ferndiagnose bis zum 3D-Druck von Ersatzteilen. Angedacht sind auch Angebote auf Internet-Plattformen sowie Software-Lösungen zur nachträglichen Anpassung von Pumpen ohne weitere mechanische Bearbeitung.

„Mit unserer aktuellen Ausrichtung sehen wir KSB in einer guten Spur, um 2018 wieder eine Umsatzrendite von mehr als 6 % zu erreichen und uns anschließend unserer Zielrendite von 8 % weiter anzunähern“, so der Vorstand im aktuellen Geschäftsbericht.

2017 startet mit sattem Auftragsplus

Was 2016 noch nicht gelungen ist, sieht im ersten Quartal 2017 schon deutlich besser aus, hat doch das Unternehmen das Geschäftsjahr mit einem kräftigen Auftragsplus eingeleitet. In den ersten beiden Monaten stieg der Wert der eingehenden Bestellungen im Vorjahresvergleich um 23,9 % auf 389,5 Millionen Euro. Der Konzernumsatz ist im gleichen Zeitraum um 5,5 % auf 324,2 Millionen Euro gewachsen. Besonders erfreulich: Das Projektgeschäft zieht an!

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