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11. Schüttgut-Forum

Pulver, Granulate & Co. auf dem Weg durch den Prozess

| Redakteur: Sabine Mühlenkamp

Dr. Harald Wilms, Zeppelin, auf dem Schüttgut-Forum
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Dr. Harald Wilms, Zeppelin, auf dem Schüttgut-Forum (Bild: Sabine Mühlenkamp)

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Die Hälfte aller Produkte in der chemischen Industrie sind Pulver oder Granulate. Doch wie gelingt der Weg eines Schüttguts durch seinen Verarbeitungsprozess mit möglichst wenig Schnittstellen? Antworten darauf gab es auf dem zweitägigen Schüttgut-Forum.

Das Karussell aus Innovationen und Neuerungen dreht sich immer schneller – Vernetzung, Autonomisierung der Systeme und künstliche Intelligenz sind aus zukünftigen Entwicklungen nicht mehr wegzudenken. Dabei muss jede dieser technischen Veränderungen nicht nur in Bezug auf Industrie 4.0 auch juristisch betrachtet werden. „Das Recht hinkt der Technik zwar hinterher, aber trotzdem gilt immer die aktuelle Rechtsgrundlage“, stellte Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, Universität Würzburg, klar. Der Keynote-Speaker auf den Förderprozess-Foren, die Mitte November auf der Festung Marienberg in Würzburg stattfanden, verdeutlichte eindringlich, dass die erste industrielle Revolution verheerende Auswirkungen, etwa in Bezug auf den Arbeitsschutz und die Arbeitsbedingungen, hatte.

Aber letztendlich entstanden daraus ein Arbeitsschutzgesetz, die Technischen Überwachungsvereine oder die staatliche Sozialpolitik. Trotzdem sollten juristische Überlegungen die Innovation nicht bremsen. Neueste technische Entwicklungen dürfen auf den Markt gebracht werden, sobald sie genau geprüft worden sind. Allerdings gilt: Je größer der mögliche Schaden, desto größer müssen die Prüfungen vorher sein. Dabei sind die technischen Normen ein guter Gradmesser. „Ingenieure wissen in der Regel viel besser über die Gefahren und Technologien Bescheid als Juristen und finden vor Gericht auch Gehör“, erklärte Prof. Hilgendorf.

Das Schüttgut in Theorie und Praxis

Genau um dieses Verstehen ging es an den zwei Tagen auf dem Schüttgut-Forum. Diesmal begleiteten die Vorträge das Schüttgut durch den gesamten Verarbeitungsprozess. Dabei begann Harald Heinrici, Geschäftsführer bei Schwedes+Schulze Schüttguttechnik, mit den theoretischen Grundlagen. Was viele z.B. nicht wissen: Das Verhalten von Schüttgütern wird durch seine Geschichte bestimmt. Im Vordergrund steht zwar häufig die Frage nach der Fließfähigkeit im Silo, doch Entmischungen, die oft ein gravierendes Qualitätsproblem nach sich ziehen, kommen vor allem bei gut fließenden Schüttgütern vor.

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Dr. Harald Wilms, Zeppelin Power Systems, hob die theoretischen Grundlagen in die Praxis hervor und präsentierte mehrere Ideen, um Kernfluss-Silos in Massenfluss-Silos umzuwandeln. Die Möglichkeiten sind beschränkt, wie er unumwunden zugab, entweder wird das Schüttgut oder das Silo verändert. Ansonsten bleibe nur die Variante eines Neubaus. Eine Veränderung der Partikelgröße – oder auch nur die Zugabe von etwas gröberem Schüttgut – kann z.B. die Wandreibung signifikant verändern. Konstruktive Veränderungen, etwa durch Teilung des Trichters oder Einbau eines Übergangstrichters, sind ebenfalls möglich. Häufig verhindern aber enge bauliche Vorgaben einen besseren Auslauf. Und aus den langjährigen Erfahrungen weiß Wilms auch, dass eine nachträgliche Veränderung meist nur etwas günstiger als ein Neubau ist. Daher seine Empfehlung: „Machen Sie es lieber gleich richtig.“

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