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Pumpen-Service

Probleme mit der Pumpe? So gehen Service-Spezialisten auf Ursachensuche

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Rüstiger Oldie: Dank eines Retrofits und hervorragender Pflege arbeiten Pumpen wie im Wasserwerk Langenau sogar nach 60 Jahren noch mit einem sehr guten Wirkungsgrad.
Rüstiger Oldie: Dank eines Retrofits und hervorragender Pflege arbeiten Pumpen wie im Wasserwerk Langenau sogar nach 60 Jahren noch mit einem sehr guten Wirkungsgrad. (Bild: KSB)

Pumpen sind das Herz jeder Anlage – umso fataler ist es, wenn diese ausfallen. Nicht immer ist die Ursache gleich erkennbar; das Service-Team von KSB profitiert jedoch von seiner langjährigen Erfahrung und kommt daher fast immer dem Grund auf die Spur.

Streng genommen darf man Pumpen nicht alleine betrachten, das System besteht immer aus der Grundplatte, dem Antrieb der Pumpe und dem Rohrleitungssystem. Aber: „Beim Kunden ist bei Problemen immer die Pumpe schuld“, nimmt es Michael Knies, Leiter Außenmontage und Inspektionsservice bei KSB, mit Humor. „Dabei stellt sich in 95 Prozent der Fälle heraus, dass der Kunde etwas an dem Gesamtsystem verändert hat.“ Dann macht sich das Service-Team von KSB auf den Weg, um die Gründe heraus zu finden. Und die Trefferquote von Knies bei der Ursachenforschung ist mit 80 Prozent beeindruckend.

Knies, der über 30 Jahre Erfahrung in der Außenmontage von Pumpen hat, genügt oft eine Berührung mit der Hand, um erste Hinweise zu erhalten. Eine hohe Temperatur weist auf Überhitzung hin. Farbabplatzungen können Hinweise auf Vibrationen oder Druckschläge liefern. Der nächste Blick gilt meist Verkrustungen an der Pumpe oder Leckagen, und dann hört Knies auch einfach mal ab und hält einen Schraubendreher an die Lagerstellen, um die Laufgeräusche zur überprüfen. Denn auch die Fließgeräusche geben Aufschluss darüber, ob eine Pumpe im optimalen Betriebspunkt läuft oder ob es Kavitation gibt.

Event-Tipp der Redaktion Das 15. Pumpen-Forum findet auch 2017 wieder im Rahmen der Förderprozessforen statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Unsere Bildergalerie zur letztjährigen Veranstaltung zeigt die Referenten des 14. Pumpen-Forums mit ihren Themenschwerpunkten.

Die Basis muss stimmen

Danach überprüft er beispielsweise, ob die Wellenausrichtung stimmt. Hierbei werden die Maschinen, also etwa der Elektromotor und die Pumpe so positioniert, dass die projizierten Mittellinien der Wellen eine gemeinsame Gerade bilden, wenn die Maschinen bei ihrer normalen Betriebstemperatur laufen. Gleiches gilt für die Kupplung. Eine Fehlausrichtung führt fast immer zur mechanischen Überlastung der Maschinen und deren Komponenten. Wenn dazu noch Schwingungen auftreten, können Lager, Dichtungen, Wellen und Kupplungen schnell beschädigt werden.

Ganz wichtig: die Ausrichtung gehört normalerweise nicht zum Lieferumfang. Dies hat damit zu tun, dass der Einbau einer Grundplatte mehr Zeit in Anspruch nimmt. Zunächst muss das Fundament aufgeraut, die Grundplatte mit Motor und Pumpe montiert, danach die Grundplatte in mehreren Schritten vergossen werden. Bis die einzelnen Gewerke abgearbeitet sind, können mehrere Tage vergehen. „Wir liefern die Pumpe mit Motor vormontiert und vorgerichtet auf der Grundplatte, aber für einen langjährigen Einsatz muss man das Aggregat vor Ort noch mal neu ausrichten“, betont Knies. Da es an dieser Stelle häufig zu Ungenauigkeiten kommt, lautet eine seiner ersten Fragen, wer das Pumpenaggregat aufgestellt und in Betrieb genommen hat.

Sorgfältige Inbetriebnahme

Nächste Fehlerursache kann in der nicht-spannungsfreien Anbindung der Pumpe liegen. „Bei Überschreitung der Rohrleitungskräfte können undichte Stellen am Pumpengehäuse entstehen“, erläutert Knies. Für einen problemlosen Betrieb der Pumpe ist zudem die korrekte Drehrichtung wichtig. Bei falscher Drehrichtung kann die Pumpe ihren Betriebspunkt nicht erreichen, Vibration und Überhitzung sind die Folge. Es besteht die Gefahr, dass das Aggregat oder die Wellendichtung beschädigt wird. „Falsche Kabelbelegungen kommen gar nicht so selten vor, genauso wie vergessenes Werkzeug in der Saugleitung“, so Knies.

Vor der Inbetriebnahme sollten daher der elektrische Anschluss und alle Schutzvorrichtungen unter Beachtung der lokalen und nationalen Vorschriften kontrolliert werden. Danach steht die Kontrolle der Betriebs-und Hilfsstoffe, wie Öl, Sperr- sowie Quenchmedium, an und ob die Absperrorgane funktionieren. Auch nach Erreichen der Betriebstemperatur müssen Verbindungsschrauben, Lagerträger und das Gehäuse sowie die Kupplungsausrichtung noch einmal sorgfältig überprüft werden.

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