Pumpen-Service

Probleme mit der Pumpe? So gehen Service-Spezialisten auf Ursachensuche

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Blick aufs Ganze

Hin und wieder gibt es aber auch harte Nüsse, wie Knies zugibt. So erinnert er sich an einen Fall in einem Kühlwassersystem in Dubai. Dort trat immer wieder ein Lagerschaden auf, obwohl der Kunde beteuerte, dass er die Pumpe ordnungsgemäß fahre. „Das war auch so, als ich dort vor Ort war“, bestätigt Knies. Irgendwann entdeckte Knies durch Zufall eine etwas weiter weg gelegene Rückschlagklappe, deren Fuß auf einer Stahlplatte befestigt war. An dieser entdeckte Knies etwas abgeplatzte Farbe: „Das war für mich das Zeichen, dass etwas nicht stimmt.“ Darauf schaute sich Knies den Abfahrprozess intensiver an. Das Gewicht, welches die Klappe normalerweise zuhält, war nicht gedämpft, so dass die gesamte Kraft beim Schließen auf die Pumpe schlug. „Das war tatsächlich die Ursache für den Lagerschaden. Die einfache Lösung lag in einer gedämpften Armatur.“ Sein Fazit aus diesem Fall: „Man darf sich nicht zu sehr auf die Pumpe konzentrieren, sondern sollte auch immer die Armaturen, den Motor oder die Rohrleitungen anschauen und warten.“

Event-Tipp der Redaktion:Auf demPROCESS Pumpen-Forum(nächster Termin 16./17. November 2017, Würzburg) steht die Problemlösung im Vordergrund. Sie nehmen nützliche und umsetzbare Tipps für Ihre Förderaufgabe mit nach Hause. Machen Sie sich ein Bild von der Veranstaltung 2016:

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Um heraus zu finden, wie der Kunde eine Anlage fährt, besteht die Möglichkeit, eine SES-Messung (System Effizienz Service) über 14 Tage durchzuführen. Bei einer Vor-Ort-Messung erfasst ein Datenlogger Prozessmessgrößen und Schwingungsgrößen zur Bestimmung des Betriebsverhaltens. Mithilfe der mobilen Leistungsmessung im Schaltschrank lässt sich der Pumpenwirkungsgrad berechnen und aufzeigen – unabhängig vom Standort. KSB nimmt so das tatsächliche Lastkollektiv der Pumpen auf und vergleicht es mit dem Auslegungszustand. Ziel ist es, Einsparpotenziale zu identifizieren und Ursachen von Schäden zu erkennen.

Warten statt reparieren

Eine der ältesten Maschine von KSB, die noch im Betrieb ist, stammt aus den 50-er Jahren und steht im Wasserwerk Langenau. Dank eines Retrofits besitzt die hervorragend gepflegte Pumpe sogar einen sehr guten Wirkungsgrad. „Die Anwender sind nach wie vor sehr zufrieden mit der Pumpe, und wir sorgen dafür, dass das noch lange so bleibt“, erklärt Knies, der sich wünscht, dass jeder Anwender mit seinen Pumpen so pfleglich umgeht. „Jede Pumpe benötigt einen jährlichen Ölwechsel“, mahnt Knies. Durch Erstellen eines Wartungsplanes lassen sich mit einem Minimum an Aufwand teure Reparaturen vermeiden.

„Ein Anlagenausfall kann durchaus mal länger als ein Tag dauern. Wenn man die Kosten für die Instandhaltung ordentlich budgetiert und die Pumpen pflegt, lohnt sich das immer“, so Knies, der unterschiedliche Modelle anbietet. So kann man die Verantwortung komplett in die Hände von KSB legen, etwa im Rahmen eines Servicevertrages, der jede einzelne Pumpe umfasst. Der Vorteil bei solchen Inspektions-Verträgen ist, dass eine Lebensakte der Pumpe angelegt wird. Dadurch erkennen die Service-Leute schneller ein Problem, etwa wenn eine Gleitringdichtung leckt. Stimmt die Werkstoffpaarung, ist eine Mediums­analyse notwendig. „Auf dieser Basis kann man Verbesserungsvorschläge machen, die auf vielen Jahrzehnten Pumpenerfahrung beruhen“, so Knies.

Ein typisches Beispiel ist etwa, wenn ein Kunde ältere Aggregate austauschen möchte, aber die nötige Pumpengröße einfach nicht mehr zur Verfügung steht. Der Aufwand, die vergossene Grundplatte, den Motor etc. heraus zu reißen, ist normalerweise immens. Über Retrofit und Nachbauten findet KSB fast immer eine Lösung, die zu der alten Anlage passt. Die Stillstandzeiten sind normalerweise viel kürzer und vor allem muss der Betreiber sich nicht mit unterschiedlichen Gewerken von der Baufirma bis zum Rohrleitungsbauunternehmen auseinander setzen, sondern kann dies in die Hände von KSB legen. „Wir bieten hier ein Rund-um-Sorglos-Paket an“, erklärt Knies.

(ID:44607609)