Pumpen-Service

Probleme mit der Pumpe? So gehen Service-Spezialisten auf Ursachensuche

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Der Pumpe zuhören

Neben der offiziellen Instandhaltung gibt es aber durchaus Dinge, die jeder selbst machen kann. So empfiehlt Knies den Anwendern, einfach mal die Hand auf das Aggregat zu legen. „Eine Pumpe soll stets ruhig und erschütterungsfrei laufen“, so sein Tipp. „Und die Lagertemperatur darf bis 50 °C über Raumtemperatur liegen, aber bei Raumtemperatur 90 °C nicht übersteigen. Das fühlt man!“

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Weiter gehört dazu ein Blick auf den Ölstand und die Versorgungsleitungen, die immer geöffnet sein müssen. Auch die Reservepumpe sollte einmal die Woche in Betrieb genommen werden, damit sie im Notfall funktioniert.

Im Übrigen liefern auch die Kupplungspuffer einen Hinweis darauf, ob die Pumpe gut läuft. Der Zeitaufwand und die Kosten sind minimal (zwei bis drei Stunden, der Materialaufwand liegt bei 50 bis 100 Euro), aber an den beanspruchten Puffern sieht man sehr gut, ob diese gleichmäßig belastet sind oder ob doch eine unsaubere Ausrichtung vorliegt.

Mangelschmierung ist ebenfalls ein Thema, das Knies immer wieder erlebt und das schwerwiegende Folgen haben kann. Der daraus folgende Trockenlauf führte in einem Fall zur Schädigung der Gleitringdichtung worauf Medium – in diesem Fall handelte es sich um Wasser – über die Welle in den Ölbereich des Lagerträgers gelangte und dadurch die Lager schädigte – mit der Folge eines resultierenden Lagerschadens mit Wellenbruch.

Überwachung gibt Sicherheit

Ebenfalls interessant für Pumpen, die eine zentrale Aufgabe im Prozess übernehmen, sind Überwachungseinrichtungen. „Wenn ich schon ein teures Aggregat habe, sollte man die Investition in Vibrationsüberwachungen oder Temperatursensoren nicht scheuen“, merkt Knies an.

Event-Tipp der Redaktion Das 15. Pumpen-Forum findet auch 2017 wieder im Rahmen der Förderprozessforen statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Unsere Bildergalerie zur letztjährigen Veranstaltung zeigt die Referenten des 14. Pumpen-Forums mit ihren Themenschwerpunkten.

Wie es aussehen kann, wenn man daran spart, zeigt ein Beispiel aus der Öl/Gas-Industrie, wo zwar redundante Pumpen im Einsatz, die Überwachungseinrichtungen jedoch nicht vorhanden waren. Eine ältere Pumpe wies einen Lagerschaden auf, der wiederum zu einer defekten Gleitringdichtung führte. Das gefährliche Medium trat aus, entzündete sich und brannte. Bemerkt wurde der Brand allerdings erst, als es dunkel wurde. Mit einer entsprechenden Temperaturüberwachung wäre der Schaden wesentlich früher entdeckt worden und die Auswirkungen längst nicht so fatal gewesen.

Fazit und Ausblick

Selbst bei Anwendungen im rauen Industrie­umfeld spricht nichts gegen den langlebigen Einsatz einer Pumpe, vorausgesetzt, sie wird mit Sorgfalt in Betrieb genommen und regelmäßig gewartet. Bei Problemen hilft zudem der Blick aufs Gesamtsystem – oft liegt die Ursache für eine Störung nicht bei der Pumpe selbst, sondern bei benachbarten Aggregaten.

* Die Autorin ist Fachjournalistin für Chemie und Technik.

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