Biologisch abbaubare Kunststoffe sind zu Beginn dieses Jahres in China weitgehend ausverkauft, berichtet PROCESS (China). Der Grund ist ein am 1. Januar in Kraft getretenes Plastikverbot, das nun phasenweise im ganzen Land umgesetzt wird. Bei Sinopec, dem größtem petrochemischen Konzern der Welt, seien schon seit Dezember die bioabbaubaren Polyester und Copolyester PBST, PBAT und PBSA komplett ausverkauft.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
Peking/China – Chemiekonzerne in der gesamtem Volksrepublik bemühen sich gerade, die Produktion der Stoffe hochzufahren, die nun dringend zur Herstellung von Produkten wie Einkaufstüten, Mülltüten und Mulchfolien benötigt werden. In der Zwischenzeit schießen die Preise in die Höhe.
Kurz vor dem und nach dem Inkrafttreten der neuen Plastikregelung ist etwa der Preis für Poly-Butylene-Adipate-Co-Terephthalate (PBAT) im Schnitt auf 23.000 Yuan pro mt gestiegen, was einer Preissteigerung von 13 Prozent innerhalb eines Monats entspricht, wie den Statistiken von Marktforschern zu entnehmen ist.
Das petrochemische Produkt PBAT wird von Sinopec erst seit dem Mai vergangenen Jahres in industriellem Volumen produziert. In China ist dies als „technologischer Durchbruch“ gefeiert worden, denn PBAT konnte bislang nur aus dem Ausland importiert werden. Die deutsche BASF war der erste Konzern gewesen, der mit der Massenproduktion von PBAT (unter dem dem Produktnamen Ecoflex) begonnen hatte. BASF Zhanjiang produziert den Stoff auch in China.
Erst im November vergangenen Jahres habe bei Sinopec auch die Massenproduktion des verwandten Produktes PBST begonnen, berichtet PROCESS (China). Damit könne der Konzern nun alle „drei Schwestern“ der auf PBT (Polybutelen Terephthalate) basierenden Serie von abbaubaren Polyestern und Copolyestern in industriellen Mengen anbieten, hieß es: PBAT, PBST und PBSA.
Die meisten Produktionsanlagen in China sind flexibel genug gestaltet, um diese drei bioabbaubaren Kunststoffe je nach Bedarf abwechselnd produzieren zu können. Der Bedarf an PBAT ist am größten. Es ist das am weitesten eingesetzte bioabbaubare Plastik auf Petroliumbasis. Es wird direkt verestert, dann geschmolzen und mit Hilfe von AA (adipic acid), PTA und BDO (1,4-Butanediol) unter Einsatz eines Katalysators polykondensiert. Das fertige Material lässt sich leicht zu Folie verarbeiten.
PBSA hat im Vergleich zu PBAT und PBST den Vorteil eines niedrigen Schmelzpunktes, einer hohen Kristallisationsgeschwindigkeit und relativ hoher Fließfähigkeit. Es ist damit für Spezialanwendungen wie medizinischen Materialien, Filmtaschen oder besondere Kunststoffkabel einsetzbar.
Die Umsetzung des Verbotes von herkömmlichen Plastiks hat seit dem 1. Januar in großen Metropolen wie Peking und Shanghai, sowie in allen Provinzhauptstädten Chinas begonnen. Nicht abbaubare Plastiktüten, Wegwerfbesteck und ähnliche Produkte sind ab sofort verboten. Nach und nach wird der Bann auf alle Städte und Dörfer des Landes ausgeweitet. Nicht abbaubare Plastikstrohhalme dürfen schon jetzt nirgendwo in der Volksrepublik mehr verkauft werden.
Eine ganze Reihe chinesischer Raffinerien hat nun Pläne angekündigt, PBAT-Anlagen zu bauen. Dazu gehören unter anderem Shandong Ruifeng Chemical, Kingfa Technology,Tongcheng New Material und Wanhua Chemical, allesamt mit einer PBAT-Kapazität von jeweils 60.000 mt/Jahr. Die Huafeng-Gruppe hat ein Projekt mit einer fünffachen Jahreskapazität in der Pipeline.
Verlässliche Statistiken sind nicht vorhanden, aber PROCESS (China) schätzt die gesamte Produktionskapazität von PBAT in China derzeit auf 317.000 Tonnen. All die kleinen Raffinieren, dazu große Player wie BASF Zhanjiang, Jingfa Technology und Wanhua würden noch in diesem Jahr schätzungsweise 340.000 weitere Tonnen an neuer Kapazität bereitstellen, und insgesamt seien in China jetzt schon mehr als fünf Millionen Tonnen PBAT-Kapazität in Vorbereitung, was einen„gewaltigen Einfluss auf den Markt für die Rohmaterialien BDA und Adipinsäure” haben werde, sagt die Pekinger Redaktion voraus.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking.. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.