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Pharmaindustrie setzt auf Big Data, Blockchain, Cloud Computing und Cybersicherheit

| Redakteur: Alexander Stark

Big Data, Blockchain, Cloud Computing und Cybersicherheit stehen ganz oben auf der Liste der geplanten Investitionen in großen Pharmaunternehmen, wie die neuesten Umfrageergebnisse von Global Data zeigen.

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Die Pharmaindustrie setzt bei neuen Investitionen laut einer Umfrage von Global Data auf Big Data, Blockchain, Cloud Computing und Cybersicherheit.
Die Pharmaindustrie setzt bei neuen Investitionen laut einer Umfrage von Global Data auf Big Data, Blockchain, Cloud Computing und Cybersicherheit.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

London/UK - Der jüngste Bericht von Global Data, "Emerging Technology Trends Survey - Pharma 2019", zeigt, dass über 70 % der Führungskräfte in der Pharmaindustrie, die einen Einfluss auf die Implementierung neuer Technologien haben, dem Datenschutz und Speicherlösungen eine hohe Priorität für ihre Investitionen einräumen.

Laut Urte Jakimaviciute, Senior Director of Market Research bei Global Data, gibt es im Dark Web einen großen Markt für Daten aus der Gesundheitsbranche. Der Zugriff auf die Systeme von Pharmaunternehmen kann Informationen über klinische Studien, Geschäftsgeheimnisse und Daten über Prozesse und Technologien zur Formulierung von Arzneimitteln enthalten. Jeder Cyberangriff, der vertrauliche Informationen preisgibt, kann nicht nur zu finanziellen Einbußen führen, sondern auch das Ansehen der Produkte schädigen, die Lieferkette stören oder zu Rechtsstreitigkeiten führen.

Die pharmazeutische Industrie ist eine der am stärksten regulierten Branchen der Welt. Die Unternehmen müssen eine Reihe von Vorschriften einhalten, die sich auf Bereiche wie klinische Studien, Herstellung und Vermarktung erstrecken. Im Laufe der Jahre haben Gesundheitsbehörden ständig neue Vorschriften und Compliance-Anforderungen erlassen, einschließlich der Verpflichtung, die immer größer werdenden Mengen sensibler und vertraulicher Daten zu schützen und die Datenschutzgesetze und gesetzlichen Anforderungen einzuhalten.

Aktuelle Investitionen von Pharmaunternehmen in neue Technologien.
Aktuelle Investitionen von Pharmaunternehmen in neue Technologien.
(Bild: Global Data)

Jakimaviciute führt den Fall Merck als Beispiel an: Der Cyberangriff auf den Pharmariesen im Juni 2017 hat die gesamte Geschäftstätigkeit von Merck gestört, einschließlich Produktion, Forschung und Vertrieb. Die Auswirkungen auf den Absatz und die Kosten, die zwischen 2017 und 2018 zur Behebung der Schäden aufgewandt werden mussten, beliefen sich auf insgesamt rund 630 Millionen Euro. Die Nettoversicherungsleistung betrug dagegen nur rund 40 Millionen Euro.

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Um erfolgreich zu bleiben, sind die Unternehmen auf Innovationen angewiesen. Gleichzeitig steigt mit dem technologischen Fortschritt auch das Risiko von Datenschutzverletzungen und von Cyberangriffen. Je umfangreicher die technologische Ausrichtung der Unternehmen ist, desto mehr Cyberrisiken sind sie ausgesetzt, so die Analysten. Jakimaviciute kommt zu dem Schluss, dass Cybersicherheit, Cloud Computing, Blockchain und Big Data miteinander verwoben sind. Große Datensätze erfordern ein hohes Maß an Sicherheit bei der Verarbeitung, Übertragung und Speicherung. Auch wenn der ROI für Technologien wie Cybersicherheit schwer kalkulierbar ist, da er auf hypothetischen Situationen beruht, kann ein Verzicht von Investition in diesen Bereich zu ungeahnten Kosten führen.

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