Registrierungspflichtiger Artikel

Deutsches Lieferkettengesetz Palmöl: So gelingt nachhaltige Beschaffung in der Chemieindustrie

Autor: M.A. Manja Wühr

Der Entwurf zum Lieferkettengesetz ist fürs Kabinett beschlossene Sache. Danach müssen große Chemieunternehmen ihrer Sorgfaltspflicht bei der Beschaffung von Rohstoffen gerecht werden. Wenn nicht, wird's teuer. Aber wie genau nehmen es deutsche Chemieriesen mit der nachhaltigen Beschaffung?

Firmen zum Thema

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Ist die mit Palmöl?“, fragt der Junior und zeigt auf das Glas Nussnougat-Creme. Selbst Zehnjährige wissen heute um die Ausbeutung von Mensch und Natur und wollen Verantwortung übernehmen. Gilt das auch für die Chemie? Schließlich ist Palmöl ein wichtiger Rohstoff, etwa für die Produktion von Reinigungsmitteln. Ilka Petersen vom WWF schaut Palmöl-Einkäufern genau auf die Finger. Ihrer Ansicht nach könnten Chemie und Pharmazie in Deutschland mehr tun. „Es wird immer noch zu viel nicht zertifiziertes Palmöl eingekauft“, moniert Petersen. „2019 deckte die Branche nur 36 Prozent ihres Bedarfs mit zertifiziertem Palmöl.“ Deutsche Lebensmittelproduzenten sind da schon weiter. Sie kauften 2019 zu 90 Prozent zertifiziertes Palmöl ein, wie ein aktueller Bericht zeigt.

Dass nachhaltiger Einkauf von Palmöl geht, beweist Branchen-Primus BASF. Die Ludwigshafener hatten sich verpflichtet, bis 2020 Palmöle und Palmkernöle ausschließlich aus RSPO-zertifizierten nachhaltigen Quellen zu beziehen. Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) bringt Palmöl-Produzenten, Kleinbauern, Händler, Konsumgüterhersteller, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen wie den WWF zusammen, um nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern. Im März vermeldete BASF schließlich Erfolg: 2020 habe man 227.213 Tonnen RSPO-zertifiziertes nachhaltiges Palm(kern)öl eingekauft. Das entspreche 100 Prozent der bezogenen Gesamtmenge. Solche Maßnahmen sind bislang freiwillig. Eine gesetzliche Verpflichtung nur nachhaltiges Palmöl zu beziehen, gibt es aktuell nur im Bio-Energie-Sektor.

Über den Autor

M.A. Manja Wühr

M.A. Manja Wühr

Redakteurin