Dresden (dpa/sn) *17:58 Uhr – Sächsische Chemieindustrie 2023 mit 3,8 Milliarden Euro Umsatz
Sachsens Chemieindustrie hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspreche etwa 4,5 Prozent des sächsischen Jahresumsatzes des verarbeitenden Gewerbes, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Demnach ist der Freistaat mit rund 8000 Mitarbeitern der zweitgrößte Chemiearbeitgeber Ostdeutschlands.
«Die chemische Industrie arbeitet eher im Verborgenen, aber ihre Erzeugnisse sind allgegenwärtig. Sie steht am Anfang fast aller Wertschöpfungsketten», sagte Sachsens Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Kralinski am Mittwoch bei einem Branchengespräch in Burgstädt (Landkreis Mittelsachsen). Es sei ihm ein besonderes Anliegen, die Chemieindustrie in Europa, Deutschland und Sachsen wettbewerbsfähig zu halten.
Neben den zwei großen Standorten von Wacker in Nünchritz und Dow Olefinverbund in Böhlen besteht die Branche in Sachsen vorwiegend aus mittelständischen Unternehmen. Zu den bedeutendsten Sparten zählen die Herstellung chemischer organischer Grundstoffe und die Herstellung von Kunststoffen in Primärformen.
Hannover/Ludwigshafen (dpa) *16:46 Uhr – Tausende Teilnehmer bei Warnstreiks in der Chemieindustrie
Vor der dritten Tarifverhandlungsrunde für die Chemieindustrie haben nach Gewerkschaftsangaben deutschlandweit Tausende Beschäftigte ihre Arbeit bei einem Warnstreik niedergelegt. Auf einer Kundgebung beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen sprach der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Oliver Heinrich, am Mittwoch von einem starken Signal für die Verhandlungen in der kommenden Woche.
Der Gewerkschaft zufolge nahmen an der Veranstaltung in der rheinland-pfälzischen Chemiemetropole rund 5000 Menschen teil. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben der IGBCE in Hannover am Mittwoch Kundgebungen an den Chemiestandorten Leverkusen, Dormagen, Uerdingen und Wuppertal.
Schon am Montag waren Beschäftigte des Pharmakonzerns Merck in Darmstadt zum Warnstreik aufgerufen. Auch am Dienstag legten unter anderem Beschäftigte beim Chemiekonzern Evonik in Hanau und beim Zulieferer und Reifenhersteller Continental in Hannover die Arbeit nieder.
Die dritte Verhandlungsrunde auf Bundesebene ist für den 26. und 27. Juni in Bad Breisig bei Bonn angesetzt. Das ist die letzte Möglichkeit, vor Ende der Friedenspflicht am 30. Juni zu einem Ergebnis zu kommen.
Die IG Bergbau Chemie Energie (IG BCE) begründet ihre Forderung nach sieben Prozent mehr Geld mit Kaufkraftverlusten der Beschäftigten wegen der Inflation und mit der wieder anziehenden Chemie-Konjunktur. Zudem will die Gewerkschaft erstmals in einem großen Flächentarifvertrag Regelungen durchsetzen, die Gewerkschaftsmitglieder besser stellen als andere Beschäftigte. Messbare Vorteile könnten nach Vorstellung der IG BCE mehr Freizeit, mehr Geld oder eine bessere soziale und gesundheitliche Absicherung für Gewerkschaftsmitglieder sein.
Ludwigshafen (dpa/lrs) *08:35 Uhr – 800 Kilogramm Kühlmittel fließen in den Rhein
Bei BASF in Ludwigshafen ist in der Nacht auf Mittwoch Kühlmittel in den Rhein gelaufen. Wie das Unternehmen mitteilte, war die Emission bis zum frühen Morgen gestoppt. Der Vorfall geschah laut BASF zwischen 0 und 3 Uhr. Es handelt sich um circa 800 Kilogramm Ethylenglykol. Die genaue Ursache für den Austritt werde noch ermittelt.
Der Stoff ist laut BASF in die Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend) eingestuft. Bei dem Frostschutzmittel Ethylenglykol besteht Gesundheitsgefahr bei Verschlucken, es kann nach längerer oder wiederholter Einnahme die Nieren schädigen. «Aufgrund der ausgetretenen Menge und der Verdünnung des Produktes im Rhein ist von keiner Gefährdung für Mensch und Wasserorganismen auszugehen», hieß es in der Mitteilung. Die zuständigen Behörden seien informiert. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium habe vorsorglich eine Rheininformation an die Anlieger herausgegeben.
Stand: 08.12.2025
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