Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Deutschland darf rund drei Milliarden in Wasserstoffnetz investieren

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05.06.2024

Wiesbaden (dpa) *14:02 Uhr – Chemie-Tarifpartner vertagen sich erneut

Die Tarifpartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie haben sich nach zweitägigen Verhandlungen in der zweiten Runde ohne Ergebnis vertagt. «Was die Arbeitgeberseite vorgelegt hat, ist noch zu weit entfernt davon, ein substanzielles Angebot zu sein», begründete IG-BCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich am Mittwoch nach den Gesprächen in Wiesbaden.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Matthias Bürk, teilte mit, die Positionen lägen «in vielen zentralen Fragen schlicht und einfach noch weit auseinander». Bürk forderte zugleich dazu auf, weiterhin konstruktiv nach einem Kompromiss zu suchen: «Beide Seiten sind in der Pflicht, für Fortschritte in den Verhandlungen zu sorgen.»

Die dritte Verhandlungsrunde auf Bundesebene ist für den 26. und 27. Juni in Bad Breisig bei Bonn angesetzt. Das ist die letzte Möglichkeit, vor Ende der Friedenspflicht am 30. Juni zu einem Ergebnis zu kommen. Vor der dritten Runde will die Gewerkschaft mit bundesweiten Aktionstagen am 18. und 19. Juni ihren Forderungen Nachdruck verleihen.

Die IG BCE verlangt für die etwa 585.000 Beschäftigten der Branche sieben Prozent mehr Geld und begründet dies einerseits mit Kaufkraftverlusten wegen der Inflation und andererseits mit der wieder anziehenden Chemie-Konjunktur. Zudem will die Gewerkschaft erstmals in einem großen Flächentarifvertrag Regelungen durchsetzen, die Gewerkschaftsmitglieder besser stellen als andere Beschäftigte. Messbare Vorteile könnten nach Vorstellung der IG BCE mehr Freizeit, mehr Geld oder eine bessere soziale und gesundheitliche Absicherung für Gewerkschaftsmitglieder sein.

Bei diesem zweiten zentralen Forderungspunkt nach einem tariflichen Mitgliedervorteil in Zeit oder Geld haben sich beide Seiten nach Angaben der Gewerkschaft angenähert. «Wir diskutieren ernsthaft über konkrete Alternativen», berichtete IG-BCE-Verhandlungsführer Heinrich. Aber von einer Lösung sei man auch hier noch weit entfernt.

Philadelphia/Leverkusen (dpa) *08:37 Uhr – Bayer muss in Glyphosat-Fall deutlich weniger zahlen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer muss in einem Rechtsstreit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup deutlich weniger zahlen. Ein Gericht in Philadelphia reduzierte den von Geschworenen dem Kläger zugesprochenen Schadenersatz von 2,25 Milliarden Dollar auf 400 Millionen Dollar (367,5 Mio Euro), wie aus Gerichtsunterlagen am späten Dienstag hervorging. Dies war bislang die höchste Schadenersatzsumme seit Beginn der Prozesse um den Unkrautvernichter Roundup im Jahr 2018. Bayer kündigte dennoch an, Berufung einzulegen.

«Obwohl das Gericht die verfassungswidrig hohe Schadensersatzsumme reduziert hat, sind wir mit der Entscheidung des Gerichts in der Sache nicht einverstanden», teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Verfahren sei von gravierenden Fehlern geprägt gewesen. Diese könnten und müssten korrigiert werden. Des Weiteren verweist Bayer darauf, dass der Konzern sich in 14 der jüngsten 20 Fälle vor Gericht durchgesetzt habe. Zudem seien die meisten Klagen beigelegt worden, hieß es weiter.

Die Probleme rund um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup hatte Bayer sich 2018 mit der über 60 Milliarden Dollar teuren Übernahme der US-Firma Monsanto ins Haus geholt. Im selben Jahr folgte ein erstes Urteil gegen das Dax-Unternehmen. Das setzte in den USA eine Klagewelle in Gang. 2020 legte Bayer ein milliardenschweres Programm auf, um den Großteil der Klagen ohne Haftungseingeständnis beizulegen. Ein guter Teil der Klagen ist abgearbeitet, gleichwohl bleiben Risiken. Ende Januar waren noch rund 54.000 von circa 165.000 Fällen offen. Die Glyphosat-Klagewelle hat Bayer schon 13 Milliarden Euro gekostet. Die Rückstellungen beliefen sich Ende 2023 auf 6,3 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro).

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