Worldwide China Indien

Abfallstoffe verwerten

Oliven-Abfall liefert Biogas

| Redakteur: Tobias Hüser

In anaeroben Labor-Bioreaktoren werden die Reststoffe aus der Olivenölproduktion vergoren.
Bildergalerie: 4 Bilder
In anaeroben Labor-Bioreaktoren werden die Reststoffe aus der Olivenölproduktion vergoren. (Bild: Fraunhofer-Institut IGB)

Bei der Produktion von Olivenöl bleiben umweltbelastende Reststoffe zurück. Forscher des Projekts „En-X-Olive“ untersuchen, wie sie diese Abfälle zu Antioxidantien für die Kosmetikindustrie und Nährstoffe für die Düngerproduktion weiterverarbeiten können. Auch das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart ist an dem Projekt beteiligt und produziert Biogas aus den Reststoffen des Olivenöls.

Stuttgart – Mehr als zwei Millionen Tonnen Olivenöl werden jährlich in Europa produziert. Als Abfallprodukte fallen hierbei flüssige und feste Reststoffe an, die Polyphenole enthalten. Diese aromatischen Verbindungen sind zwar natürlichen Ursprungs, aber in dieser hohen Konzentration dennoch giftig. Gerade die flüssigen Reststoffe können daher nicht einfach in Flüsse oder Seen eingeleitet werden und stellen in Anbauregionen in Italien, Griechenland und Spanien ein Entsorungsproblem dar.

In dem von der EU geförderten Projekt „En-X-Olive“ untersuchen Partner aus Forschung und Industrie, wie sich die Reste verwerten lassen. Die Idee ist es, zunächst verwertbare Substanzen wie Polyphenole zu extrahieren, um sie als natürliche Antioxidantien in der Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie zu nutzen. Die übrige Biomasse soll energetisch verwertet werden. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts IGB prüfen, ob sich die Abfälle zur Biogasgewinnung eignen. Erste Untersuchungen im Labormaßstab zeigen, dass sowohl die flüssigen als auch die festen Reststoffe wertvolle Energie liefern.

Fraunhofer IGB hat Verfahren zur Biogasproduktion entwickelt

„Wir haben die Reststoffe nach einem am IGB entwickelten Verfahren vergoren, bei dem die Substrate in den Reaktoren während der Vergärung optimal durchmischt werden“, erläutert Prof. Dr. Dieter Bryniok. Je nach Zusammensetzung der jeweiligen Abfallfraktion wurden dabei aus festen Abfällen innerhalb von 20 bis 30 Tagen bis zu 720 Liter Biogas pro Kilogramm organischer Trockensubstanz gebildet. Bei den flüssigen Abfällen konnten die Forscher innerhalb von 10 Tagen 680 bis 980 Liter Biogas pro Kilogramm organischer Trockensubstanz nachweisen. Zum Vergleich: Eine konventionelle Biogasanlage mit Maissilage liefert im Schnitt 680 Liter Biogas pro Kilogramm organischer Trockensubstanz.

Sogar die Gärreste lassen sich nutzen – etwa als organische Düngemittel. Dazu trennen die Forscher die übrigen Feststoffe aus der Biogasanlage ab, trocknen und pelletieren sie. So entsteht ein Dünger, der stabil und lagerfähig ist, sich leicht transportieren lässt und mit der üblichen Streutechnik auf Ackerflächen verteilt werden kann.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 37560450 / Forschung&Entwicklung)