Verpackungsmaschine Neue Verpackungsmaschine für Wallets: Hohe Komplexität auf engem Raum

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ein Wallet ist nur so attraktiv wie seine Faltung. Hierbei ein hohes Qualitätsniveau zu erreichen und in laufender Produktion konstant zu halten, ist maschinentechnisch anspruchsvoll. Lesen Sie, wie ein Verpackungsmaschinenhersteller diese Vorgaben umgesetzt hat.

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Obwohl TLM-Maschinen Top-Loading-Maschinen sind, werden sie bei Schering als Wrap-Around-Maschinen zur Herstellung von Wallets als Verpackung von Tablettenblistern eingesetzt. Insgesamt setzt sich die Maschine aus acht Teilmaschinen zusammen.
Obwohl TLM-Maschinen Top-Loading-Maschinen sind, werden sie bei Schering als Wrap-Around-Maschinen zur Herstellung von Wallets als Verpackung von Tablettenblistern eingesetzt. Insgesamt setzt sich die Maschine aus acht Teilmaschinen zusammen.
( Bild: Gerhard Schubert )

Wer schon einmal eine Arzneimittelfaltschachtel in der Handtasche mitgeführt hat, der weiß, dass diese Verpackungsart auf der Ablage im Badezimmer besser aufgehoben ist. Kein Wunder, dass Patienten Wallets, also handliche Klappkarten mit eingeklebtem Blister, als praktische Alternative zu schätzen wissen.

Dem Plus an Convenience fügte das Pharmaunternehmen bei ihrer Interpretation dieser Präsentationsform den Charme eines neuen, frischen Auftritts hinzu. Entsprechend anspruchsvoll waren die Spezialisten des Verpackungszentrums im Weimar auch, was die Vorgaben für die neue Verpackungsmaschine betraf. Sie muss den Blister positionsgenau einkleben. Die Wallets sollen sauber und ohne Kantenversatz verarbeitet sein, sodass die Faltungen exakt rechtwinkelig übereinander stehen.

Weitere Eckdaten: Die Vormaschine von Uhlmann führt bis zu 330 Produkte pro Minute zu, die Linie läuft in zwei Schichten und spätere Kapazitätserweiterungen müssen möglich sein.

Unter den geprüften Anbietern zeigte die TLM-Maschine von Gerhard Schubert aus Sicht des Pharmaherstellers die überzeugendste Leistung. Sie ist so ausgerüstet, dass sie die Umstellung auf neue Verpackungsformate und -formationen jederzeit möglich macht. Damit ist sie für Schering eine langfristig wirksame Investition, nicht nur funktionell, sondern auch konzeptionell.

Zurzeit verarbeitet die Maschine zwei Kartongrößen kombiniert mit Blistern verschiedener Tablettenanzahlen. Die Wallets werden als Einzelpackung oder in Abstapelungen zu drei, fünf oder sechs Stück zusammengefasst, jeweils mit einem Booklet ausgestattet und als Gebinde zum Folieneinschlag an die nachfolgende Maschine übergeben.

Die Umstellung ist in zwanzig Minuten erledigt. Mit ein paar Handgriffen werden die Werkzeuge an den Roboterarmen und die formatspezifischen Teile der Transporteure gewechselt. Die wesentlichen Änderungen finden auf Ebene der Software statt und dazu genügt es, am Touchscreen ein voreingestelltes Programm abzurufen. Diese Einfachheit ermöglicht das Konzept der TLM-Maschinen: die Mechanik ist reduziert und die Lösung der Verpackungsaufgabe bewerkstelligt die Intelligenz der Steuerung.

Biegen mit Widerlager

Alle Funktionen zur GMP-konformen Inprozesskontrolle, Kennzeichnung, Dokumentation und Fehlereskalation fügen sich in die dezentrale aufgebaute Steuerung ein. Die Daten sind über eine vereinheitlichte, übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche am Bildschirm der TLM-Maschine abrufbar. Auch das Pago Etikettiergerät, das die für den italienischen Markt erforderlichen Bollini appliziert, wird über diese Schnittstelle angesprochen.

Das Steuerungs- und Antriebskonzept macht also flexibel. Und es hat etwas zu tun mit dem Geheimnis der exakten Kante. Die Wallet-Maschine von Schubert hat eine getaktete Arbeitsweise. Der Durchlauf des Packmittels wird für einzelne Bearbeitungsschritte kurz angehalten. Allerdings fällt diese Pause so kurz aus, dass sie kaum wahrnehmbar ist.

Für die Faltung des Zuschnitts bietet der intermittierende Vorschub den Vorteil, dass bei einem solchen Stopp ein Widerlager millimetergenau an der Biegekante angelegt werden kann. Im Vergleich dazu führen kontinuierlich arbeitende Maschinen den Karton mit konstanter Geschwindigkeit über eine Faltweiche. Dabei entstehen leicht Faltversätze aufgrund von Schleppungen und durch die Instabilität der Kartonagen.

Für die Herstellung der Wallets werden die Blister einbahnig zugeführt. Etwaige Krümmungen der Blister („Bi-Metalleffekt“) korrigiert eine Glättstation. Ein Produktpuffer mit einem Speichervolumen von acht Minuten sichert die störungsfreie Anbindung an die Vormaschine ab. Das Einlaufband füllt jeweils zehn Blister in zwei abwechselnd anfahrende Mitnehmersätze der Gruppierkette. Diese Formationen setzt ein TLM-F2 Roboter auf Vakuumtransportschlitten um.

In einer weiteren Teilmaschine werden die Kartonzuschnitte automatisch aus einem Magazin entnommen und in das System eingebracht. Die Etiketten sind auf der Walletkarte vorgeklebt und können so ohne Umstellungen auf der Maschine verarbeitet werden.

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