Verpackungsmaschine

Neue Verpackungsmaschine für Wallets: Hohe Komplexität auf engem Raum

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Karton in Form gebracht

Das ist der Weg zur Blistersetzstation, in den verschiedene Routinen integriert sind. Ein Scanner erfasst den Pharma- oder 2-D-Matrixcode auf den Walletkarten. Stellt das System einen fehlerhaften Code fest, wird die entsprechende Walletkarte im nächstmöglichen Arbeitsschritt ausgeworfen. Die positiv geprüften Zuschnitte werden beleimt. Die von einem Laserdrucker aufgebrachte Beschriftung (z.B. Chargennummer und Verfallsdatum) wird sofort im Anschluss mittels Kamera kontrolliert. Zum Einsetzen werden die Blister von TLM-F2 Robotern aus den Transportkassetten entnommen und in der Lochmaske des Kartons abgelegt. Eine Setzschablone am Werkzeug zentriert den Blister. Die weiteren Faltprozesse geschehen in Etappen. Werkzeuggegenhalter sorgen für optimale Kantenbrechung bzw. Winkligkeit. Zwei Leimpunkte verschließen das Wallet. Ein integrierte Pago Etikettenspender appliziert bei Bedarf eine Vignette (Bollini) auf dem Walletrücken.

Die fertigen Wallets werden für die Weiterverarbeitung auf die gewünschte Stückzahl aufgruppiert und ein Booklet wird aufgelegt. Auf diese Weise können Verkaufspackungen mit unterschiedlichsten Inhaltsmengen erzeugt werden. Ein TLM-F2 Roboter setzt die fertigen Stapel in die Transportkette der Folieneinschlagmaschine.

Wie bei der Verpackungsherstellung für Arzneimittel üblich, ist die Maschine mit Prozessen zur Fehlererkennung und zur Dokumentation ausgestattet.

Die Codes auf dem Bollini oder auf dem Booklet werden eingelesen und die Daten werden gespeichert bzw. zur Weiterverarbeitung bereitgestellt. Für Fehler werden entsprechende Eskalationsmerkmale eingebaut, die das Ausschleusen von Formationen, Produkten etc. nach sich ziehen. Die VMS-Steuerung ermöglicht eine intelligente Festlegung, wie mit solchen Vorkommnissen umgegangen werden soll, z.B. Maschinenstopp.

Alle Prüfroutinen fügen sich in den hohen Takt der Maschinen von über 330 Wallets pro Minute ein. Und trotz der Komplexität der Anforderungen ist die Maschine ein Platzwunder. Aus acht Teilmaschinen aufgebaut misst ihre Stellfläche lediglich 2,5 x 13 m. Die Zusatzgeräte, wie Laserdrucker und Etikettierer sind voll integriert, sodass beste Raumnutzung gewährleistet ist. Eine Anbindung an übergeordnete Informationssysteme (z.B. MES) ist bereits realisiert.

Die Projektverantwortlichen bei Schering fühlen sich nach dem ersten halben Jahr, in dem sich die Anlage in der Praxis bewähren konnte, voll in ihren Erwartungen bestätigt: Umstellungen führen nicht zu langen Stillstandzeiten, nach dem Anlaufen gibt es keine Qualitätsprobleme und der Wirkungsgrad liegt auf dem gewünschten hohen Niveau. Das Ergebnis ist eine neue, attraktive Arzneimittelverpackung, die jeder Handtasche gut ansteht.

ACHEMA:Halle 3.1, Stand D38-E41

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