Menthol-Synthese Neue Synthese für L-Menthol von BASF

Redakteur: M.A. Manja Wühr

BASF plant im Sommer 2012 die weltweit größte Produktionsanlage für naturidentisches Menthol in Betrieb zu nehmen. Durch ein neues Verfahren kann es zuverlässig und in konstant guter Qualität hergestellt werden, so das Unternehmen.

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Im Ludwigshafener Stammwerk der BASF geht die neue Produktionsanlage für L-Menthol im Sommer 2012 in Betrieb. Aus dem Ausgangsstoff Citral wird hier L-Menthol in einer Reinheit von mindestens 99,7 Prozent produziert.
Im Ludwigshafener Stammwerk der BASF geht die neue Produktionsanlage für L-Menthol im Sommer 2012 in Betrieb. Aus dem Ausgangsstoff Citral wird hier L-Menthol in einer Reinheit von mindestens 99,7 Prozent produziert.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Reines Menthol wurde ursprünglich aus der Ackerminze (botanisch: Menthaarvensis) gewonnen. Doch die pflanzliche Erzeugung hat Nachteile: Ernteerträge und Produktqualität können beispielsweise durch Witterungseinflüsse schwanken und so zu Lieferengpässen führen. Bereits seit 1973 wird Menthol auch synthetisch hergestellt. Aber auch die bisherigen chemischen Produktionsverfahren bergen Nachteile: Entweder es handelt sich dabei um sehr aufwendige, vielstufige Synthesen oder es entsteht nicht nur das erwünschte, natürlich vorkommende L-Menthol, sondern die gleiche Menge eines Nebenprodukts namens D-Menthol, das je nach Anwendung mit viel Aufwand aus der Mischung entfernt werden muss.

BASF hat nun ein neues Verfahren auf der Basis der Aromachemikalie Citral entwickelt, die bereits im BASF-Verbund produziert wird. „Einer der Schlüsselschritte bei dem neuen Verfahren ist die sogenannte asymmetrische Hydrierung“, erläutert der BASF-Forscher Dr. Rocco Paciello. „Dafür haben wir ein spezielles, hocheffizientes Katalysatorsystem entwickelt, das dafür sorgt, dass aus dem Citral hauptsächlich nur ein bestimmtes Enantiomer entsteht.“ Aus diesem Zwischenprodukt wird anschließend in zwei weiteren Syntheseschritten das L-Menthol hergestellt. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens: Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, bei dem ständig Stoffe zu- und abgeführt werden, also keine Ausfallzeiten entstehen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ist auch ressourceneffizienter, da mit der gleichen Menge an Ausgangsstoffen mehr L-Menthol in einer Reinheit von mindestens 99,7 Prozent produziert werden kann.

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