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Hochleistungswerkstoffe

Neue Produkte – neue Märkte – neue Industrien: Erfolgsrezept für Hochleistungsgraphite

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Kern des Prozesses ist die Idee, das reichlich vorhandene Magnesiumchlorid als Extraktionsmittel zu nutzen, was den Energieeinsatz und damit die Betriebskosten minimiert. Ende 2013 ist die Inbetriebnahme geplant, und für Wittchen steht die Anlage als Beispiel dafür, was Graphitwerkstoffe alles können und wie deren Einsatz Energiekosten reduzieren können.

Diabon heißt der Alleskönner, dem Korrosion und hohe Temperaturen nichts anhaben können und deshalb prädestiniert z.B. für Salzsäureanlagen ist.

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Das von SGL entwickelte Zweidruck-Destillationssystem hat auch in Sachen Effizienz einiges zu bieten, da die verdünnte Lösung wieder in konzentrierte Salzsäure oder sogar in HCl-Gas überführt werden kann und mit einer Energieeinsparung von 45 % punkten kann. Das zur Achema vorgestellte Ecosyn-Verfahren ermöglicht es sogar, über 90 % der Wärme zurückzugewinnen und so den Primärenergieverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen zu senken.

Graphit macht´s möglich

Man ist vor Jahren das Thema Salzsäurerecycling eher opportunistisch angegangen, gibt Wittchen zu Protokoll. Aber mittlerweile hat sich das Geschäft mit dem Salzsäurerecycling zu einer Kernkompetenz entwickelt, auch für andere Industriezweige wie die Photovoltaikbranche. Prominentes Beispiel sind die Polysiliziumproduktion bei Wacker oder bei dem koreanischen Waferhersteller OCI.

Der Siemens-Prozess zur Herstellung von Polysilizium ist ein Paradebeispiel für die Einsatzbereiche, die den Ingenieuren von Process Technology vorschweben, wenn von heiß und korrosiv die Rede ist, nämlich von Temperaturen jenseits der 1000 °C-Grenze und Einsatzstoffen wie Salzsäure, Phosphor- oder Salpetersäure.

Traditionell ist Graphit ein Substitutionswerkstoff und auch Wittchen lässt keinen Zweifel daran, dass der Austausch bestehender Apparate und Anlagen ein wichtiges Standbein des Geschäfts ist. Im Kern geht es dabei um Wärmetauscher, Kolonnen, Pumpen, Rauchgasquenchen, Rohrleitungen und Berstscheiben, die in korrosiven Prozessen eingesetzt werden und eben irgendwann verschleißen. Ein wichtiges Ziel bei der Produktentwicklung ist der Return-on-Investment, der für die Kunden unter drei Jahren liegen soll.

Dabei verstehen sich die SGL-Experten als Enabler, die Lösungen entwickeln, die es so vorher nicht gegeben hat. Jüngstes Beispiel sind Messgeräte, die mit einem von SGL hergestellten PTFE-Liner ausgekleidet sind – eine vergleichsweise kleine qualitätssichernde Maßnahme, die aber, wie Wittchen betont, eine große Wirkung hat: „Wir können qualitativ hochwertiges, immer gleiches PTFE herstellen, das eine exaktere Messung ermöglicht.“ Die PTFE-Kompetenz ist übrigens eine Mitgift des Mitte 2007 gekauften Fluor-Kunststoff-Spezialisten Dr. Schnabel, der mit PTFE ausgekleidete Rohrleitungen, Schläuche, Kompensatoren, Behälter und Kolonnen sowie Siliziumcarbid-Wärmetauscher produziert.

Ein weiteres Thema ist die Auskleidung von Kolonnen für die Chemie mit PTFE, hier will der Geschäftsbereich vermutlich zur Kunststoffmesse K eine Materialvariante vorstellen, die PTFE zu einem echten Hochleistungswerkstoff macht und „weg aus der Plastikecke“ führt.

* Die Autorin ist Leitende Redakteurin der PROCESS.

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