50-Millionen-Euro-Invest

Neue Konti-Anlage macht Pfizer zum Branchenprimus

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Drei Arbeitsschritte in einem Fluss

Bei der kontinuierlichen Produktion greifen jetzt drei vormals separate Arbeitsschritte wie Zahnräder ineinander: Versorgen, Dosieren und Mischen.

  • Versorgen: Die für die Produktion benötigten Wirk- und Hilfsstoffe werden künftig in Big-Bags bereitgestellt. Diese fassen bis zu 1200 Kilogramm und wurden von Pfizer gemeinsam mit Unternehmen aus der Region entwickelt. Durch den Einsatz der Big-Bags kann die Anzahl der bisher notwendigen Lkw- Transporte halbiert werden. Die Gebinde werden vollautomatisch direkt in die Anlage eingehängt. Ihr Inhalt kann dann ohne weitere Zwischenschritte für die Produktion verwendet werden.
  • Dosieren: Die für das jeweilige Medikament notwendigen Wirk- und Hilfsstoffe werden dem Herstellungsprozess über ein vollautomatisches Fördersystem zugeführt. Dabei werden sie entsprechend der Rezeptur genau dosiert und dann gemischt.
  • Mischen: Die Mischung kann unter anderem in einem Kapselfüller weiterverarbeitet werden. Die Durchsatzrate des kontinuierlich laufenden Mischers reicht von 5 bis 1000 Kilogramm pro Stunde und lässt sich somit sehr flexibel an den jeweiligen Bedarf anpassen.

Die Umstellung auf die kontinuierliche Produktion optimiert zudem den Rohmaterial- und den Wirkstoffstrom. Damit ist die neue Anlage auch aus ökologischer Sicht vorbildlich und fügt sich in das Freiburger Vorzeigewerk nahtlos ein. Denn schon heute werden hier mehr als 90 % der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen, z.B. Wärme aus Bio-Pellets, Geo- und Solarthermie, gewonnen.

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„Im Hinblick auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehört unser Werk in Freiburg bereits seit langem zu den Vorreitern in der pharmazeutischen Industrie. Wir denken immer darüber nach, wie wir den Betrieb noch umweltfreundlicher gestalten können. Diese Rolle unterstreichen wir mit dem Start der kontinuierlichen Fertigung am Standort noch einmal kräftig“, ergänzt Glatz. Dazu trägt unter anderem bei, dass das Transportaufkommen für Roh- und Wirkstoffe deutlich reduziert wurde.

Ausblick: Mit der feierlichen Eröffnung der CMT-Anlage erfolgte zeitgleich der Spatenstich für den Bau einer neuen Fertigungsanlage, die nach dem PCMM-Verfahren arbeitet.

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Details zur geplanten PCMM-Anlage

Voraussichtlich Mitte 2018 soll im Freiburger Werk die erste PCMM-Anlage in Betrieb gehen. PCMM steht für ein Produktionsverfahren, das mobil („Portable“), kontinuierlich („Continuous“), mit geringen bis mittleren Produktionsmengen („Miniature“) und modular („Modular“) durchgeführt werden kann. Während die CMT-Anlage vor allem große Volumina an Pulvermischungen produziert, wird die PCMM-Anlage zur vollautomatischen Herstellung von Tabletten eingesetzt.

Das Scale-up erfolgt allein über die Laufzeit. Dadurch ist es möglich, Aufträge mit einem Volumen bis 5000 Kilogramm abzuwickeln. Die Anlage läuft zwei Wochen lang durch. Angehalten wird die Anlage nur, damit Behörden einzelne Aufträge identifizieren können. Dafür werden die einzelnen Herstellungsschritte vom Wiegen über das Mischen und Granulieren bis hin zum Tablettieren vollautomatisch ausgeführt.

Der Prototyp der Anlage wurde von Pfizer gemeinsam mit den Technologieunternehmen GEA und G-CON am Forschungsstandort Groton (Connecticut, USA) realisiert. Die International Society for Pharmaceutical Engineering (ISPE) hat die Anlage 2016 mit dem „Facility of the Year Award” (FOYA) ausgezeichnet.

„Mit unserer PCMM-Anlage können wir die Entwicklung hochpotenter Arzneimittel beschleunigen und neue Medikamente somit schneller für Patienten verfügbar machen“, erklärt Dr. Kirsten Lund-Jurgensen, Executive Vice President and President Pfizer Global Supply. Damit sind z.B. individualisierte Medikamente, wie sie zukünftig in der Behandlung von Krebs nötig sein könnten, einfacher herstellbar. Es wird aber auch möglich sein, einen Wirkstoff aus der Forschung viel schneller in den Markt zu bringen. Für Lund-Jurgensen liegt das Erfolgsrezept des Produktionsstandortes Freiburg in der konsequenten Ausrichtung auf Sustainability und High-Tech.

Pfizer verarbeitet im Breisgauer Werk mehr als 35 verschiedene Wirkstoffe und stellt mehr als 150 Formulierungen her, die in 150 Ländern verteilt werden. Durch die Erweiterung der Fertigung kann das jährliche Produktionsvolumen von bisher 6,5 Milliarden Tabletten und Kapseln in 200 Millionen Arzneimittelpackungen auf rund 10 Milliarden feste Arzneimittelformen pro Jahr gesteigert werden. Auf der neuen Anlage wird zunächst das Medikament Lyrica gefertigt, eine Ausweitung auf andere Medikamente ist geplant.

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