HVO als alternative Treibstofflösung
HVO: Eine Diesel-Alternative aus dem Abfluss?

Von Dipl.-Ing. Philipp Schönberger und Dipl.-Ing. Sven Gose, beide Managing-Partner des Bereichs Consulting & Engineering bei Saacke 4 min Lesedauer

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Diesel hat in umweltbewegten Kreisen nicht den besten Ruf – und Biodiesel gilt auch nur eingeschränkt als Alternative. Welches Potenzial steckt da in hydriertem Pflanzenöl (kurz HVO), welches aus Reststoffen gewonnen werden kann? Dafür lohnt es sich, sich einmal die Eigenschaften der Kraftstoffalternative anzuschauen.

Feuer und Flamme für HVO: Tests an der Saacke-Versuchsanlage in Bremen.(Bild:  Saacke)
Feuer und Flamme für HVO: Tests an der Saacke-Versuchsanlage in Bremen.
(Bild: Saacke)

Die Seen der Schweiz sind nicht nur für ihre malerische Schönheit bekannt, sondern auch für ihre traditionsreiche Schifffahrt. Jährlich befördern Raddampfer und Motorschiffe Millionen von Fahrgästen und verbrauchen dabei mehrere Millionen Liter Treibstoff. Angesichts wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen stellt sich die dringende Frage nach umweltfreundlichen Alternativen. Derzeit wird hauptsächlich Diesel (Leichtöl) eingesetzt, doch nun wird geprüft, ob hydriertes Pflanzenöl (HVO) als alternative Kraftstofflösung in Frage kommt. Doch was genau ist HVO? Lässt es sich problemlos verwenden? Und wie schneiden die Emissionen im Vergleich zu Diesel ab?

Hydriertes Pflanzenöl (HVO, Hydrotreated Vegetable Oil) ist ein synthetischer Dieselkraftstoff, der durch die Hydrierung pflanzlicher Öle und Fette entsteht. Bei diesem Verfahren werden ungesättigte Fettsäuren in gesättigte Kohlenwasserstoffe umgewandelt, wodurch ein hochwertiger, schwefelfreier Kraftstoff entsteht. Die Produktion erfolgt durch eine hydrierende Umwandlung unter hohen Temperaturen und Drücken in Gegenwart von Wasserstoff. Dabei werden Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen entfernt, wodurch ein reiner Kohlenwasserstoff entsteht. Im Gegensatz zu Biodiesel (FAME), der durch Umesterung gewonnen wird, ähnelt die chemische Struktur von HVO fossilem Diesel stark, was eine hohe Kompatibilität mit bestehenden Kraftstoffsystemen gewährleisten soll.