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Störfall in Ludwigshafen

Mögliche Ursache für Explosion bei BASF entdeckt

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Erste Ermittlungsergebnisse nach der schweren Explosion im Landeshafen Nord des BASF-Stammwerks sind bekannt: Die Staatsanwaltschaft Frankenthal/Pfalz und das Polizeipräsidium Rheinpfalz sprechen von einem Einschnitt an einer Rohrleitung.

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(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Im Rahmen der Ermittlungen im engeren Tatortbereich konnte ein Einschnitt an einer Rohrleitung festgestellt werden. Dieser wurde offensichtlich mit einer Trennscheibe vorgenommen, so das Polizeipräsidium.

Arbeiter waren im Zuge von Wartungsarbeiten mit Winkelschleifern an einer benachbarten Leitung im Gange. Die angeschnittene Leitung war von diesen Arbeiten allerdings ausgenommen, in Betrieb und es floss brennbares Raffinat durch das Rohr.

Laut übereinstimmenden Medienberichten sei der mutmaßliche Verursacher Mitarbeiter einer Fremdfirma. Der Mann liegt aufgrund seiner Verletzungen im Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig.

Die Ermittlungsteams und Gutachter konzentrieren sich nun auf den Ablauf der Wartungsarbeiten und die davor stattgefundenen Sicherheitsmaßnahmen. Die Klärung der Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion erfordere weitere umfangreiche Ermittlungen, berichtete das Polizeipräsidium Rheinpfalz.

Unfallhergang

Laut ZEMA, der Datenbank für Störfälle, war eine externe Firma beauftragt verschiedene Rohrleitungsteile aus einer gesicherten, entleerten und überprüften Propylen-Leitung zu ersetzen. Dazu wurden mehrere Trennschnitte ausgeführt. Aus noch ungeklärten Gründen kam es dabei um ca. 11:20 Uhr zu einem lokalen Brand mit stark rußender Flamme. Während ein Brandsicherungsposten mit einem Handfeuerlöscher versuchte, das Feuer zu löschen, entfernten sich die externen Mitarbeiter aus dem Gefahrenbereich.

Kurz nachdem die verständigte Werkfeuerwehr wenige Minuten später eingetroffen war, kam es zu einer Explosion – nach derzeitigem Erkenntnisstand durch Totalversagen der Ethylenleitung. Ein mindestens 30 Meter langes Teilstück wurde dabei aus der Verankerung gerissen und Richtung Kai geschleudert, wo die Einsatzkräfte Position bezogen haben. Dadurch breitete sich das Brandgeschehen auf Schiffe am Kai und auf weitere Teile des Rohrleitungsnetzes aus. Hitzebedingt explodierten weitere Leitungen und austretende Stoffe gerieten in Flammen. Entsprechende Rohrleitungen wurden abgeriegelt. Gegen 21:30 Uhr war das Feuer nach intensiven Arbeiten der Feuerwehr gelöscht. Insgesamt kamen bei dem Störfall oder durch die Folgen vier Menschen ums Leben und 29 weitere wurden teils schwer verletzt.

Weitere Ermittlungen

Um den betreffenden Leitungsabschnitt sicherstellen zu können, müssen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen, insbesondere zur Gewährleistung der umfassenden Sicherheit, getroffen werden. Die technischen Vorarbeiten, bei denen unter anderem die Leitungen gereinigt werden müssen, werden von der BASF in enger Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden durchgeführt.

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