Worldwide China Indien

Störfall in Ludwigshafen

Mögliche Ursache für Explosion bei BASF entdeckt

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

(Bild: BASF)

Erste Ermittlungsergebnisse nach der schweren Explosion im Landeshafen Nord des BASF-Stammwerks sind bekannt: Die Staatsanwaltschaft Frankenthal/Pfalz und das Polizeipräsidium Rheinpfalz sprechen von einem Einschnitt an einer Rohrleitung.

Ludwigshafen – Im Rahmen der Ermittlungen im engeren Tatortbereich konnte ein Einschnitt an einer Rohrleitung festgestellt werden. Dieser wurde offensichtlich mit einer Trennscheibe vorgenommen, so das Polizeipräsidium.

Arbeiter waren im Zuge von Wartungsarbeiten mit Winkelschleifern an einer benachbarten Leitung im Gange. Die angeschnittene Leitung war von diesen Arbeiten allerdings ausgenommen, in Betrieb und es floss brennbares Raffinat durch das Rohr.

Ursachenforschung läuft auf Hochtouren – Neue Panne im Werksteil Süd

BASF-Unfallserie

Ursachenforschung läuft auf Hochtouren – Neue Panne im Werksteil Süd

21.10.16 - Nach dem schweren Unfall im Landeshafen Nord des BASF-Werks Ludwigshafen mit drei Todesopfern und zahlreichen zum Teil Schwerverletzten, reißt die Pannenserie bei BASF nicht ab. Gestern musste die Werksfeuerwehr erneut ausrücken, um im Werksteil Süd eine unerwünschte Behälterreaktion zu verhindern. Währenddessen hat das Unternehmen einen der beiden Steamcracker wieder in Betrieb genommen. lesen

Laut übereinstimmenden Medienberichten sei der mutmaßliche Verursacher Mitarbeiter einer Fremdfirma. Der Mann liegt aufgrund seiner Verletzungen im Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig.

Die Ermittlungsteams und Gutachter konzentrieren sich nun auf den Ablauf der Wartungsarbeiten und die davor stattgefundenen Sicherheitsmaßnahmen. Die Klärung der Zusammenhänge zwischen dem Schnitt und der Explosion erfordere weitere umfangreiche Ermittlungen, berichtete das Polizeipräsidium Rheinpfalz.

Unfallhergang

Laut ZEMA, der Datenbank für Störfälle, war eine externe Firma beauftragt verschiedene Rohrleitungsteile aus einer gesicherten, entleerten und überprüften Propylen-Leitung zu ersetzen. Dazu wurden mehrere Trennschnitte ausgeführt. Aus noch ungeklärten Gründen kam es dabei um ca. 11:20 Uhr zu einem lokalen Brand mit stark rußender Flamme. Während ein Brandsicherungsposten mit einem Handfeuerlöscher versuchte, das Feuer zu löschen, entfernten sich die externen Mitarbeiter aus dem Gefahrenbereich.

Kurz nachdem die verständigte Werkfeuerwehr wenige Minuten später eingetroffen war, kam es zu einer Explosion – nach derzeitigem Erkenntnisstand durch Totalversagen der Ethylenleitung. Ein mindestens 30 Meter langes Teilstück wurde dabei aus der Verankerung gerissen und Richtung Kai geschleudert, wo die Einsatzkräfte Position bezogen haben. Dadurch breitete sich das Brandgeschehen auf Schiffe am Kai und auf weitere Teile des Rohrleitungsnetzes aus. Hitzebedingt explodierten weitere Leitungen und austretende Stoffe gerieten in Flammen. Entsprechende Rohrleitungen wurden abgeriegelt. Gegen 21:30 Uhr war das Feuer nach intensiven Arbeiten der Feuerwehr gelöscht. Insgesamt kamen bei dem Störfall oder durch die Folgen vier Menschen ums Leben und 29 weitere wurden teils schwer verletzt.

Weitere Ermittlungen

Um den betreffenden Leitungsabschnitt sicherstellen zu können, müssen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen, insbesondere zur Gewährleistung der umfassenden Sicherheit, getroffen werden. Die technischen Vorarbeiten, bei denen unter anderem die Leitungen gereinigt werden müssen, werden von der BASF in enger Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden durchgeführt.

BASF will Steamcracker in Ludwigshafen wieder anfahren

Steamcracker

BASF will Steamcracker in Ludwigshafen wieder anfahren

20.10.16 - Nach intensiver Prüfung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd werden die beiden Steamcracker der BASF in Ludwigshafen in den kommenden Tagen schrittweise ihren Betrieb wieder aufnehmen. Während des Anfahrvorgangs werden überschüssige Gase über Fackeln verbrannt. Dadurch wird es voraussichtlich in den Morgenstunden des 20. Oktober 2016 sowie in den folgenden Tagen im Werksteil Nord zu Fackeltätigkeit und Geräuschentwicklung kommen. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44345508 / Management)