Drehrohrverteiler Mit Rohrverteilern in die richtige Richtung gelenkt

Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Sabine Mühlenkamp

Geht es um die Verteilung von Produkten ohne große Instandhaltungskosten oder sollen Vermischungen, etwa bei Saatgut oder Farbpigmenten, vermieden werden, ist ein Drehrohrverteiler das Mittel der Wahl. Mit zahlreichen Sonderausstattungen lässt sich der Verteiler optimal in den Prozess einpassen.

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Abb. 2: Rund 60 Prozent aller Drehrohrverteiler sind Sonderanfertigungen, hier im Einsatz in Thailand.
Abb. 2: Rund 60 Prozent aller Drehrohrverteiler sind Sonderanfertigungen, hier im Einsatz in Thailand.
(Bild: Noro)

Es gibt Momente, in denen werden die Weichen neu gestellt. Dies galt sogar im wörtlichen Sinne, als das Unternehmen Noro vor über zwölf Jahren die Produktion ihrer Drehrohrverteiler wieder ins heimische Werk holte. Damals fasste man den Entschluss, bei dieser Gelegenheit nicht nur die Qualitätsdefizite, die durch die Auslagerung entstanden waren, aufzuräumen, sondern das Herzstück des Unternehmens noch einmal gründlich zu überarbeiten. Mit Erfolg: Heute sind die Drehrohrverteiler der Noro nicht nur bei Deutschlands größtem Kaffeeproduzenten im Einsatz, sondern auch in Branchen, die vorher auf ein anderes Fördersystem setzten.

Das Bestechende an Drehrohrverteilern ist die hohe Ausfallsicherheit bei gleichzeitig geringem Instandhaltungsaufwand. Während bei Fördertechniken beispielsweise aufwändigere Wartungsmaßnahmen erforderlich sind, verursachen Drehrohrverteiler nur geringe Instandhaltungsaufwändungen.

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Ein Drehrohrverteiler lenkt über ein innenliegendes Rohr einen Produktstrom in eine vordefinierte Aufnahme (z.B. Silo). Über das Drehrohr wird das Schüttgut in Richtung der Auslaufstutzen geleitet, durch diesen verlässt das Schüttgut den Verteiler. Die Anpressung des Förderrohres im Gehäuse des Drehrohrverteilers an den entsprechenden Auslauf, erfolgt je nach Ausführung rein mechanisch oder pneumatisch. Bei der mechanischen Anpressung wird das Rohr über zwei Druckfedern abgedichtet. Diese Variante empfiehlt sich bei festen Stoffen ohne nennenswerte Staubentwicklung.

Dagegen erfolgt die Abdichtung bei der staubdichten Variante pneumatisch. Zwei Kurzhubzylinder (Antriebe) pressen das Schieberohr an den Auslaufflansch. Die Dichtflächen am Schieberohr und Auslauf sind dadurch staubdicht miteinander verbunden. Eventuell nachrieselndes Produkt kann den Verteiler durch den Aspirationsanschluss wieder verlassen. Eine Bürste reinigt den Trichterboden mit jeder Drehung.

Die Besonderheit der Drehrohrverteiler aus Rehden ist die hängende Lagerung des Drehrohres im Drehkranz. Dadurch lässt sich das Förderrohr innerhalb von zwei bis drei Stunden austauschen, ohne dass eine Demontage des Verteilergehäuses nötig wäre. Auch Verschleißteile, wie Dichtungen, lassen sich einfach austauschen. Generell kommen Wälzlager zum Einsatz, die auf den ersten Blick etwas überdimensioniert wirken. Der Vorteil ergibt sich beim genaueren Hinschauen: Ist der Drehrohrverteiler nicht ganz spannungsfrei gelagert, steigt die Gefahr eines Ausfalles bei einem kleineren Lager. Dank des Wälzlagers wird diese Gefahr reduziert, die Ausfallsicherheit steigt.

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