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Pumpenüberwachung Mit Kombination aus Membranpumpe und Überwachungssystem Ethylenoxid sicher dosieren

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Ingenieure im Sasol-Werk Marl haben festgestellt: das Diagnosesystem zur Überwachung einer neu installierten Prozess-Membranpumpe ermittelt die Durchflussmengen ähnlich exakt wie ein separater Mengenmesser. Ein Plus in Sachen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

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Zum Dosieren hochentzündlichen Ethylenoxids setzt Sasol eine drehzahlgeregelte Novaplex-Pumpe mit drei Pumpenköpfen ein.
Zum Dosieren hochentzündlichen Ethylenoxids setzt Sasol eine drehzahlgeregelte Novaplex-Pumpe mit drei Pumpenköpfen ein.
( Bild: Bran+Luebbe )

Ethylenoxid (EO) ist ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Herstellung von Ethylenglykol und anderen Chemikalien. In Deutschland wird das hochentzündliche Gas u.a. von dem international tätigen Gas- und Chemieunternehmen Sasol am Standort Marl hergestellt und verarbeitet. Da der Flammpunkt von Ethylenoxid −57 °C beträgt, die Zündtemperatur bei 435 °C liegt und es leicht mit Luft explosionsfähige Gemische bildet, muss die Technik im Sasol-Werk Marl vielfach emissionsfrei ausgelegt sein. Das bestimmt auch die installierte Pumpentechnik: Neben Standard-Chemienorm-Kreiselpumpen sind eine ganze Reihe von hermetisch abgeschlossenen Magnetkupplungs- und Spaltrohrmotorpumpen sowie Prozess-Membranpumpen im Einsatz. Dr. Michael Seedorf, Produktionsingenieur in Marl, setzt leckagefreie Pumpen nicht nur aus Gründen der Emissionsfreiheit bevorzugt ein: Nach seiner Erfahrung sind wellendichtungslose Pumpen deutlich wartungsärmer als solche mit Gleitringdichtung. Er zeichnet zusammen mit seinen 14 Mitarbeitern für die Technik eines Produktionsbereiches verantwortlich. Das Aufgabenspektrum reicht von der Instandhaltung der bestehenden Anlage über die Auswahl von neuem Equipment zur Optimierung der Technik bis hin zu Erweiterungsplanungen.

Kreiselpumpen haben ihre Grenzen

Kreiselpumpen dominieren in Marl, doch haben sie ihre Grenzen, wie Dr. Seedorf erläutert: So schaffe eine mehrstufige Chemienorm-Kreiselpumpe zwar bei Bedarf auch höhere Drücke – sie eignet sich aber auf dem hohen Druckniveau dann nicht zum präzisen Fördern kleinerer Mengen. Müssen in einer Chemieanlage Reaktionspartner unter hohem Druck und in präzisen Mengen in den Prozess eingebracht werden, empfehlen sich Verdrängerpumpen. In Marl ist dafür eine Prozess-Membranpumpe der Baureihe Novaplex von Bran+Luebbe installiert.

Das Werk Marl hat Erfahrung mit dem Einsatz von Pumpen des Herstellers: Die zuvor in dieser Prozessstufe über Jahrzehnte eingesetzte Pumpe des Anbieters (Novados vertikal) förderte gekoppelt über zwei Doppeltriebwerke sowohl Ethylenoxid als auch Wasser in den Prozess. Die Planer wollten diese zwangsweise Kopplung der Ethylenoxid- und Wasserdosierung aufheben.

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